Handbuch: 2. Pflanzenkunde Röhricht

Im Mittelpunkt jeder ingenieurbiologischen Sicherungsmaßnahme stehen die zu verwendenden Pflanzen. In diesem Kapitel werden eine Auswahl von ingenieurbiologisch gut geeigneten und deshalb häufig verwendeten Röhrichtarten vorgestellt. Zuvor sollen aber einige Grundsätze des Arbeitens mit Röhrichten am Wasser erläutert werden:

Für alle Pflanzungen gilt, dass Erfolg oder Misserfolg einer Ansiedlung von Röhrichtpflanzen in besonderem Maße von der hydraulischen Belastung des Standortes bestimmt wird. Dabei muss immer zwischen Fließ- und Stillgewässern unterschieden werden:
So unterscheiden sich die Belastungen eines Röhrichts an der Mittelwasserlinie eines Baches von denen am Ufer eines Sees auch dann, wenn dieser sich räumlich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet.

Bachbegleitende Röhrichte werden z.B. durch die Schleppkräfte der fließenden Welle oder des Überstaus infolge Ausuferns hydraulisch anders beansprucht als Röhrichte an einem Seeufer, wo z.B. Windwellen oder Treibgut besondere Belastungen darstellen.

Deshalb wird an dieser Stelle noch einmal betont, dass dem Entwurf und der Dimensionierung einer ingenieurbiologischen Sicherung immer eine sorgfältige Aufnahme und Analyse der Standortbedingungen vorausgehen muss. Nur mit Kenntnis und Abschätzung der zu erwartenden Belastungen können den später zu verwendenden Pflanzen optimale Wuchsbedingungen bereitgestellt werden, die dann zu einem Erfolg der Sicherungsmaßnahme führen.

2.1 Grundlegende Standortfaktoren

Substratverhältnisse

Röhrichte sind hinsichtlich des Wuchssubstrats nicht sonderlich wählerisch. Die für die Ingenieurbiologie bedeutsamen Arten wachsen sowohl in steinig – kiesigen Substraten als auch in schlammigen Untergrund. Wichtig ist jedoch, dass das Pflanzsubstrat eine feste Verklammerung der Pflanzenwurzeln zulässt.
Im Einzelfall kann es deshalb notwendig sein, zunächst entweder geeignetes Wurzelsubstrat ausspülsicher einzubringen, oder durch spezielle Verankerungen oder Abdeckungen ein Ausspülen der Pflanzen vor dem Anwurzeln zu verhindern. So sind z.B. Röhrichtmatten und Röhrichtwalzen einst gerade unter Berücksichtigung dieses Aspektes entwickelt worden.

Abbildung 2.1.1: Kräftige Entwicklung der Pflanzen schon im ersten Jahr der Pflanzung

Nährstoffbedingungen

Wasserpflanzen benötigen keine Nährstoffe aus dem Substrat (dies belegen nicht zuletzt Hydrokulturen). Das Substrat hat Bedeutung in Hinblick auf eine sichere Verankerung (siehe oben).

Die Nährstoffversorgung kann aus dem Wasser erfolgen. Da es bei uns in Mitteleuropa kaum noch oligotrophe Gewässer gibt, kann evt. Nährstoffmangel als Kriterium für eine Pflanzenauswahl vernachlässigt werden (s. Abbildung 4.0.1.). Das bedeutet auch, dass aus pflanzenphysiologischer Sicht nur in den seltensten Fällen ein geeignetes Wuchssubstrat zusätzlich eingebracht werden muss.


Abbildung 2.1.2: Uferrandbepflanzung an einem Baggersee mit konstantem Wasserstand. Ohne unterstützende Maßnahmen wäre kein Anwuchs möglich gewesen.

Wellenauflauf bei stehenden Gewässern

Je beruhigter der Wasserkörper ist, desto schneller können die Pflanzen anwachsen und sich ausbreiten.

Ab einer freien Wasserfläche von 50 Metern ist die Wellenbelastung für die Pflanzen zu hoch und es sind zusätzliche wellenberuhigende Maßnahmen notwendig.

Grundsätzlich sollte in den am wenigsten wind- bzw. wellenexponierten Bereichen gepflanzt werden. Dort können sich die Pflanzen etablieren und dann auch stärker beanspruchte Standorten besiedeln.







Abbildung 2.1.3: Ein bachbegleitendes Röhricht toleriert hohe Schleppspannungen.

Fließgeschwindigkeit und Erosion

Gesundes und wüchsiges Röhricht wird nicht durch den Sog der fließenden Welle aus dem Boden herausgezogen (s. Abbildung 2.1.3). Versucht man eine Röhrichtpflanze mit der Hand aus dem Boden zu ziehen, so wird sie abreißen.

Vielmehr gibt es zwei Ursachen für den Verlust von Pflanzen durch Erosion:

Zum einen kann das Substrat abgespült werden. Hierdurch werden die Wurzeln der Pflanzen nach und nach freigelegt bis zum endgültigen Abspülen.

Zum anderen kann die Pflanze als ganzes absterben und dann herausgezogen werden. Ursachen hierfür sind z.B. zu langer Überstau oder zu lange zu hohe Belastungen durch Wellen (d.h. permanenter Stress).

Am fließenden Wasser wachsen die Pflanzen nur ab Mittelwasserlinie aufwärts. Sie stabilisieren die Unterwasserböschung aber mit ihren Wurzelwachstum.

Wasservögel

Auf die Problematik eines zu hohen Wassergeflügelbesatzes vor allem an innerstädtischen Gewässern wird im Kapitel 5.5. „Vertritt und Vandalismus“ ausführlich eingegangen.

Zusammengefasst besteht die Schädigung vor allem aus Verbiss, Herausziehen, Vertritt (Fütterungsstellen) von Pflanzen und übermäßiger Verkotung des Uferbereichs.
Nach allen Erfahrungen werden folgende Arten kaum verbissen: Juncus effusus (Flatterbinse), Iris pseudacorus (Sumpfschwerlilie), Acorus calamus (Kalmus), Lythrum salicaria (Blutweiderich).
Auch Carex sp. (Seggen-Arten) und Scirpus sylvaticus (Wald-Simse) sind weniger gefährdet.
Abbildung 2.1.4: Wasservögel können Röhricht durch Verbiss und Vertritt schädigen.

2.2 Anwuchs und Pflanzenentwicklung

Pflanzzeitpunkt

Frühjahr: Die Pflanzen wachsen sofort an. Binnen 4 Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, um ein Aufschwimmen der Pflanzen zu verhindern. Bei gutem Ausgangsmaterial bilden sich schon in der ersten Vegetationsperiode Ausläufer, und es wird eine hohe Bestandsdichte erreicht.

Sommer: Pflanzungen bis Mitte August haben noch die Chance anzuwachsen. Bei Trockenheit müssen die Pflanzen bis zum Anwuchs (mind. 4 Wochen) gewässert werden. Aufmerksamkeit bei Transport und Lagerung ist gefordert.

Herbst: Nachteil: Pflanzen sind ein halbes Jahr hydraulischen Beanspruchungen ausgesetzt, ohne dass sie verwurzeln.
Vorteil: Wegen der Vegetationsruhe muss auf Beschädigung der Pflanzen durch Verknicken oder Vertrocknen nicht geachtet werden.
Einige Arten wie Sumpfschwertlilie oder Seggen entwickeln bei entsprechender Witterung schon Ende Februar / Beginn März Wurzelaktivitäten. Bei einer Herbstpflanzung sind sie schon eingebaut und können ohne Störung weiter wachsen.

Winter: Ähnlich wie Herbst. Schädlich sind länger anhaltende Kahlfröste, welche Wurzeln und Rhizome austrocknen. Auf eine sorgfältige Einbindung in den feuchten Boden ist deshalb zu achten,.
Im Bereich der Wasserwechselzone (feuchter Boden) sind kaum Frostschäden zu befürchten. Unter ungünstigen Umständen kann Eisgang zu Pflanzenausfällen führen. An Ufern, die im Winter regelmäßig durch Eisschurf belastet werden, kann aus diesem Grund eine Frühjahrspflanzung günstiger sein.

Ausgangsmaterial / Herkunft

Wenn in der unmittelbaren Nähe an ähnlichen Standorten Pflanzen gewonnen werden können, sind diese am besten an den Standort angepasst und eignen sich uneingeschränkt.
Allerdings kann der Verwendung durch die verfügbare Menge, den Aufwand für das Werben der Pflanzen und der Verfügbarkeit zum benötigten Zeitpunkt enge Grenzen gesetzt sein.

Andererseits ist bei Röhrichten nur an Extremstandorten (in Bezug auf klimatische, chemische, hydraulische Besonderheiten) auf genaue Herkünfte (spezifische Anpassungen) zu achten.
Die meisten Röhrichtarten haben eine große physiologische Amplitude und wachsen unter unterschiedlichsten Standortbedingungen. Schließlich findet ihre Verbreitung in der Natur durch die Verdrift von Samen oder vegetativen Teilen mit der fließenden Welle statt, die dann an unterschiedlichsten Standorten abgelagert werden und dort neue Bestände bilden.
Abbildung 2.2.1: Pflanzung von Röhricht - Topfballen

Pflanz- bzw. Wuchstiefe

Die maximale Ausbreitung unter Wasser ist nicht zu Verwechseln mit der optimalen Pflanztiefe.
Optimale Anwuchsbedingungen für alle Röhrichtarten sind seichte Uferbereiche (+/ - 0 cm; d.h. direkt an der Wasserlinie). Dort können die Pflanzen fußfassen, „sich stark wachsen“ und von dort aus ausbreiten.
Ist eine Pflanzung in der Wasserwechselzone nicht möglich, können kräftig entwickelte Pflanzen von z.B. Scirpus lacustris (Teichsimse) bis maximal – 30 cm gesetzt werden. Bei dieser Wassertiefe dürfen für einen Anwuchserfolg allerdings keine weiteren Belastungen, z.B. durch Wellenschlag oder Verbiss hinzukommen.

Abbildung 2.2.2: Weniger stark entwickelter Seggenbestand unter dem Kronenbereich einer Eiche

Lichtbedürftigkeit

Die hohen Röhrichtarten sind stark lichtbedürftig und wachsen nicht unter der Krone von Bäumen.

Entscheidet man sich für eine Ufersicherung durch Röhricht, sollten Ufergehölze – wenn möglich – entfernt werden oder im Bepflanzungsplan schattentolerantere Arten in Nachbarschaft zu Bäumen gepflanzt werden.

Für diese halbschattigen Standorte bieten sich vor allen die Verwendung von Sumpfschwertlilie, Seggen und Waldsimse an.
Allerdings nimmt mit abnehmender Lichtstärke auch die Fähigkeit ab, vitale und hydraulisch belastbare Bestände zu bilden. Darüber hinaus nimmt mit zunehmender Beschattung die Blühfreudigkeit und Saatbildung und damit auch das Potential zur Bildung eines dauerhaft kräftigen, sich regenerierenden Röhrichts ab.
Abbildung 2.2.3: Rhizom einer Schilfpflanze (Phragmites communis)

Vegetative Ausbreitungsstrategien und Durchwurzelung

Neben der Ausbreitung durch Aussaat kommt der vegetativen Ausbreitung bei Röhrichten eine besondere Bedeutung zu (s. Abbildung 2.2.3.)

Als grobe Einteilung können zwei unterschiedliche Ausbreitungsstrategien unterschieden werden. Zum einen gibt es Arten, die sich entlang eines Wurzelstocks ausbreiten (Sumpfschwertlilie, Kalmus). Zum anderen sind es die Pflanzen, die eine Fläche durch ihr artspezifisches Ausläufer- bzw. Rhizomsystem nach allen Seiten besiedeln (Schilf, Teichsimse, Rohrkolben, viele Seggenarten, Waldsimse).


Rein horstartig wachsen dagegen die Flatterbinse (Juncus effusus) und einige Seggenarten (z.B. Carex paniculata). In der Ingenieurbiologie werden sie deshalb nur für besondere Sicherungsaufgaben verwendet. Ihre Vorteile liegen unter anderem in der großen Vitalität bei Belastungen durch Vertritt oder Verbiss.

Bei geringem Nährstoffangebot, schwankenden Wasserständen und / oder Trockenheit bilden die Röhrichtpflanzen tiefgehende Wurzelsysteme aus.
Schilf wurzelt 100 cm und tiefer; die anderen Röhrichtarten bilden Wurzeln von 60 – 80 cm Länge (die Streupflanzen hingegen verbleiben im Bereich der oberen 25 cm).
Schon 6 – 8 Wochen nach der Pflanzung haben sich Wurzeln mit 40 cm Länge entwickelt.

Wenn die Wasserstände konstant sind und eine gute Nährstoffversorgung gewährleistet ist, dringen die Pflanzen nicht so tief in den Boden vor; es entsteht ein dichter Wurzelfilz, der auf die obere Bodenschicht (30 – 40 cm) beschränkt bleibt.
Abbildung 2.2.4: Durch Sukzession kaum veränderte Anpflanzung in einem Park in der dritten Vegetationsperiode

Sukzession und Verdrängung

Ingenieurbiologische Pflanzungen dienen primär der Festlegung eines Standorts und dem Schutz vor Erosion. Sie können sich deshalb von Pflanzungen, die allein pflanzensoziologischen Aspekten folgen, unterscheiden.

So kann z.B. der Einsatz der Sumpfschwertlilie als sog. Ammenpflanzung zunächst der Festlegung der Uferlinie dienen. Im Schutz vor Wellenauflauf kann dann dahinter die eigentliche, dauerhafte Bepflanzung erfolgen.
Die Ingenieurbiologie berücksichtigt die sukzessive Abfolge unterschiedlicher Röhrichtgesellschaften bzw. setzt sie für spezielle Sicherungsaufgaben gezielt ein.

Bei den Überlegungen für eine Ufersicherung kommt besonders an Stillgewässern der Verwendung von Schilfrohr eine besondere Bedeutung zu. Schilf ist sowohl eine Pionierpflanze als auch eine ausdauernde Art, die im Verbund sehr stabile und wuchskräftige Schlussgesellschaften bildet. Schilfrohr bildet oftmals regelrechte Monokulturen, die nur aus dem Kronenbereich von Bäumen zurückweichen und hier Seggen oder Sumpfschwertlilie Raum zum Wachsen lassen.


Dagegen bleiben z.B. Seggenröhrichte nach allen Erfahrungen recht konstant in ihren zunächst besiedelten Bereichen. Diese Beobachtungen gelten sowohl für eine spontane Besiedlung wie auch für eine zielgerichtete Anpflanzung.

Einzelpflanzung / Qualität

Gewinnung vor Ort: Wie bereits erwähnt, sind vor Ort geworbene Pflanzen am besten an den zu sichernden Standort angepasst und sollten, wo immer es möglich ist, den Vorzug vor anderen Pflanzenherkünften erhalten.

Eine in der Praxis häufig verwendete Technik des Pflanzenwerbens ist das manuelle Abstechen aus einem Bestand. Gängig sind Sodengrößen in den „Spatenabmessungen“ 20 cm x 20 cm x 20 cm. Dabei ist es wichtig, die Sode tief genug abzustechen, um die für den neuen Austrieb notwendigen vegetativen Teile (Ausläufer und Rhizome mit den entsprechenden Sprossen und Knospen) zu bergen.

Der günstigste Zeitpunkt für die Gewinnung liegt außerhalb der Vegetationsperiode.
Wenn die Soden groß genug sind, kann die Methode das ganze Jahr angewendet werden.
Von Juni bis September ist es sinnvoll, die Halme und Blätter zurück zu schneiden, damit die Pflanze bis zum erneuten Anwuchs keine Verdunstungsschäden erleidet. Aus diesem Grund ist auch eine ausreichende Bewässerung am neuen Standort sicherzustellen.

Der große Nachteil dieser Art des Pflanzenwerbens sind allerdings die hohen Lohnkosten. Bei der Planung ist ferner zu bedenken, ob insgesamt ausreichend Pflanzenmaterial zur Verfügung steht, wie der Transport vom Ort der Gewinnung zum Einbauort durchgeführt werden soll und ob gewährleistet werden kann, dass zum Zeitpunkt der Baustellenabwicklung auch Pflanzsoden in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Eventuell müssen Pflanzensoden bis Weiterverwendung zwischengelagert und gewässert werden
Die Erfahrung zeigt, dass dabei immer wieder Schwierigkeiten auftreten können. Aus diesem Grund hat sich der Praxis die Verwendung von Röhricht - Topfballen in unterschiedlichen Größen als sinnvolle Alternative erwiesen (s. Abbildung 2.2.5):
Abbildung 2.2.5: Topfballen 5 x 12 cm Phragmites communis

Einzelpflanzung / Qualität

Topfballen: Die Standardware im kommerziellen Bezug hat einen Topf mit einem Durchmesser von 5 – 10 cm. Oftmals täuscht aber ein hochgeschossener, frisch gedüngter Spross über eine nur mangelhafte Wurzelentwicklung hinweg.

Wichtiger als die Topfgröße und die oberirdische Blatt- bzw. Halmmasse sind deshalb die Wurzel- und Rhizomausbildung. Nur wenn die Pflanzen Vermehrungsorgane ausgebildet haben, sind sie für einen Einsatz in der freien Natur tauglich.

Streupflanzen

Mit dem Begriff Streupflanzen bezeichnen wir Arten, die in erster Linie zur Auflockerung unter gestalterischen Aspekten innerhalb einer Röhrichtpflanzung Verwendung finden. Sie können vor allem im innerstädtischen Bereich in größerer Stückzahl vorkommen. Sie werden unter den Aspekten ausgesucht, wie sie sich im ingenieurbiologisch wirksamen Pflanzenverband zu halten und behaupten vermögen und in welchem Maße sie selber zur Bodenfestigung beitragen können.


Da sie aber in der Regel nur eine geringe Wurzelmächtigkeit besitzen (Sumpfdotterblume, Mädesüß, Blutweiderich, Gilbweiderich) sind sie in beanspruchten Bereichen auf das Vorkommen / den Schutz der vitaleren Arten angewiesen.


2.3 Pflanzenarten

Bei der nachfolgenden Beschreibung wichtiger Röhrichtarten liegt das Hauptaugenmerk auf der ingenieurbiologischen Eignung für häufig vorkommende Sicherungsaufgaben. Die Auflistung ist deshalb auf keinen Fall vollständig; projekt- und aufgabenbezogen können evt. ganz andere Arten von Bedeutung sein, die hier nicht berücksichtigt werden konnten.

Zunächst werden in den Tabellen 2.3.1 und 2.3.2 unsere praktischen Erfahrungen im täglichen Umgang mit den Pflanzen zusammengefasst. Zum einen ist es eine Kurzcharakterisierung, die auch den maximalen prozentualen Anteil einer Art innerhalb eines zu setzenden Pflanzung angibt.

Tabelle 2.3.1: Kurzbeschreibung einiger ingenieurbiologisch bedeutsamer Röhrichtarten


Die Tabelle 2.3.2. bewertet Röhrichtpflanzen nach den Wuchseigenschaften „Vitalität“, „Schattenverträglichkeit“, „Blühaspekt“, „Toleranz gegenüber Trockenheit“, „Überstautoleranz“ und „flächige Ausbreitung“ für jede der aufgeführten Pflanzen. Diese Wuchscharakteristika wirken selektiv und können für den Erfolg einer Sicherungsmaßnahme entscheidend sein. Sie müssen deshalb bei entsprechenden Planungen immer besondere Berücksichtigung finden.

Die dabei verwendeten Symbole reichen von „0 = nicht vorhanden“, über „X = schwach“, „XX = mäßig“ bis hin zu „XXX = stark“.

Tabelle 2.3.2: Charakterisierung ingenieurbiologisch bedeutsamer Röhrichtarten


Die folgenden Pflanzensteckbriefe beschreiben die in den Tabellen aufgeführten Arten noch einmal etwas ausführlicher:

Unser Augenmerk liegt hier – nach einer kurzen Beschreibung der oberirdischen Wuchsformen – auf der Darstellung der Wurzelentwicklung und auf einer Darstellung der verschiedenen Ausbreitungsstrategien.

Dies sind die wichtigsten Kriterien für die Beurteilung der ingenieurbiologischen Tauglichkeit der jeweiligen Art. Hierzu finden sich in der einschlägigen Literatur nur wenige Angaben.

Neben den Einsatzmöglichkeiten, die sich aus den Ansprüchen der jeweiligen Art an ihren Wuchsort ergeben, finden Sie hier abschließend auch Angaben in welchen Qualitäten oder Sicherungssystemen die jeweilige Art als Einzelpflanze oder im Verbund bevorzugt verwendet werden.


Iris pseudacorus
Abbildung 2.3.1:
Iris pseudacorus

Iris pseudacorus | Sumpf- oder Wasserschwertlilie

Wuchsform
- schwertförmige grundständige Blätter
- Farbe der Blätter dunkelgrün
- horstig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,2 m hoch

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- kräftige Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Wurzeln an trockenen Standorten bis 80 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellgelb bis weiß
- kräftiges, im Querschnitt rötliches Rhizom

Ausbreitung
- nur langsame Ausläuferbildung (wenige cm pro Jahr, oberflächig wachsen)
- hauptsächlich generativ, dadurch in der Natur selten in dichten Beständen
- Saat schwimmfähig

Standort
- sowohl wechselfeucht als auch ständig im Wasser
- halbschattenverträglich

Blüte
- auffallende gelbe Blüte von Ende Mai bis Mitte Juni
- dadurch sehr attraktiv für innerörtliche Bereiche

Vermehrung
- fast ausschließlich generativ

Einsatz
- an Fließ- und Stillgewässern, an größeren Stillgewässern in wellenberuhigten Bereich
- übersteht nach dem Anwuchs auch Trockenperioden bis zu 6 Wochen
- verbissresistent gegenüber Wasser vögeln

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Carex acutiformis
Abbildung 2.3.2:
Carex acutiformis

Carex acutiformis | Sumpfsegge

Wuchsform
- schmale grundständige Blätter
- Farbe der Blätter dunkelgrün bis blaugrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 1 m hoch

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit vielen Haarwurzeln
- Wurzeln an trockenen Standorten bis 50 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln gelb bis hellbraun

Ausbreitung
- sehr gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 30 cm, 10 cm unter der Erdoberfläche)
- hauptsächlich vegetativ, dadurch in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- sowohl wechselfeucht als auch ständig im Wasser
- halbschattenverträglich

Blüte
- unscheinbare Blüte im April

Vermehrung
- meist vegetativ
- bei guten Bedingungen auch generativ

Einsatz
- an Fließ- und Stillgewässern, an größeren Stillgewässern in wellenberuhigten Bereichen
- übersteht nach dem Anwuchs auch Trockenperioden bis zu 6 Wochen
- älter Halme verbissresistent gegenüber Wasservögeln

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Carex riparia
Abbildung 2.3.3:
Carex riparia

Carex riparia | Ufersegge

Wuchsform
- lange grundständige Blätter
- Farbe der Blätter dunkelgrün bis blaugrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,3 m hoch

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit vielen Haarwurzeln
- Wurzeln an trockenen Standorten bis 50 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln gelb bis hellbraun

Ausbreitung
- sehr gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 30 cm)
- hauptsächlich vegetativ, dadurch in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- feucht als auch ständig im Wasser
- halbschattenverträglich

Blüte
- unscheinbare Blüte im April / Mai

Vermehrung
- fast ausschließlich vegetativ (Saat oft taub)

Einsatz
- an Fließ- und Stillgewässern, an größeren Stillgewässern in wellenberuhigten Bereichen
- ältere Halme verbissresistent gegenüber Wasservögeln

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Carex gracilis
Abbildung 2.3.4:
Carex gracilis

Carex gracilis | Schlanksegge

Wuchsform
- lange grundständige Blätter
- Farbe der Blätter dunkelgrün bis blaugrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 0,8 m hoch

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit vielen Haarwurzeln
- Wurzeln an trockenen Standorten bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellbraun

Ausbreitung
- sehr gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 30 cm, 10 cm unter der Erdoberfläche)
- sowohl vegetativ als auch generativ, in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- wechselfeucht bis feucht
- halbschattenverträglich

Blüte
- unscheinbare Blüte im April

Vermehrung
- fast ausschließlich generativ

Einsatz
- an Fließ- und Stillgewässern, an größeren Stillgewässern in wellenberuhigten Bereichen
- übersteht nach dem Anwuchs auch Trockenperioden bis 6 Wochen

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze



Acorus calamus
Abbildung 2.3.5:
Acorus calamus

Acorus calamus | Kalmus

Wuchsform
- lange grundständige Blätter
- Farbe der Blätter hellgrün bis grün
- locker rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,2 m hoch
- angebrochene Halme o. Ausläufer riechen sehr stark

Wurzeln
- starkes Wurzelwachstum
- lange, dicke Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Farbe der Wurzeln hellgelb bis weiß

Ausbreitung
- gute Ausläuferentwicklung (teilweise verzweigt bis 10 cm jährlich oberflächlich wachsend)
- ausschließlich generativ, in der Natur in lockeren Beständen

Standort
- meist direkt im Wasser
- halbschattenverträglich

Blüte
- unscheinbare Blüte im Juli (kommt in unseren Breiten nicht zur Fruchtbildung)

Vermehrung
- ausschließlich vegetativ

Einsatz
- an Fließ- und Stillgewässern
- auf Grund des ätherischen Öls sehr gute Verbissresistenz gegenüber Wasservögeln

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Schoenoplectus lacustris
Abbildung 2.3.6:
Schoenoplectus lacustris

Schoenoplectus lacustris | Teichsimse

Wuchsform
- lange runde Stängel, am Grund bis 2 cm dick
- Farbe der Stängel dunkelgrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen ab dem Wasserspiegel bis 3 m hoch
- bis 1 m Wassertiefe

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit vielen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln rotbraun bis violett

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (jährlich bis 30 cm, 10 cm unter der Oberfläche)
- vegetativ und generativ, in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- ständig im Wasser
- sonnig

Blüte
- unscheinbare Blüte im Juli

Vermehrung
- überwiegend generativ

Einsatz
- an Stillgewässern in wellenberuhigten Bereichen (abgestorbene Halme brechen unter Wellenauflauf außerhalb der Vegetationsperiode)

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Phragmites australis
Abbildung 2.3.7:
Phragmites australis

Phragmites australis | Schilf

Wuchsform
- langer aufrecht stehender Halm mit wechselständigen Blättern
- Farbe der dunkelgrün
- wächst in dichten Beständen
- bei guten Standortverhältnissen ab dem Wasserspiegel bis 3 m hoch
- bis 1 m Wassertiefe
- Blattgrund mit Haarkranz

Wurzeln
- sehr starkes Wurzelwachstum
- viele Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 50 cm Tiefe (an trockenen Standorten bis 1,0 m)
- Farbe der Wurzeln weiß bis hellgelb

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (jährlich bis 1,0 m, 20 cm unter der Oberfläche)
- überwiegend vegetativ, in der Natur meist in dichten Beständen
- mehrere Meter über Leghalme
- verdrängend gegenüber anderen Arten

Standort
- ständig im Wasser bis wechselfeucht
- sonnig

Blüte
- Blüte in auffallender Rispenform (August)

Vermehrung
- überwiegend generativ

Einsatz
- an Stillgewässern und langsam fließenden Gewässern
- Wasserreinigung

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Einzelpflanze im Tb 6 x 12 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Typha angustifolia
Abbildung 2.3.8:
Typha angustifolia

Typha angustifolia | Schmalblättriger Rohrkolben

Wuchsform
- lange runde Stängel, mit grundständigen Blättern
- Farbe der Stängel dunkelgrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen ab dem Wasserspiegel bis 2,5 m hoch
- bis 0,5 m Wassertiefe

Wurzeln
- starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln weiß bis hellgelb

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (jährlich bis 60 cm, 20 cm unter der Oberfläche)
- vegetativ und generativ, in der Natur meist in dichten, dauerhaften Beständen

Standort
- ständig im Wasser
- sonnig

Blüte
- schlanke Kolben im Juli/August
- im Gegensatz zu Typha latifolia zwischen männlicher u. weiblicher Blüte 3-5 cm Zwischenraum

Vermehrung
- überwiegend generativ

Einsatz
- an Stillgewässern

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Phalaris arundinacea
Abbildung 2.3.9:
Phalaris arundinacea

Phalaris arundinacea | Rohrglanzgras

Wuchsform
- aufrecht stehender bzw. an den Nodien geknickter Halm mit wechselständigen Blättern
- Farbe grün bis dunkelgrün
- wächst in dichten Beständen
- bei guten Standortverhältnissen 1,5 m hoch
- Blattgrund mit Blatthäutchen

Wurzeln
- starkes Wurzelwachstum
- viele Hauptwurzeln und Haarwurzeln
- Flachwurzeler, Wurzeln bis 20 cm
- Farbe der Wurzeln weiß bis hellgelb

Ausbreitung
- langsame Rhizomentwicklung (jährlich bis 10 cm, dicht unter der Oberfläche)
- überwiegend generativ, in der Natur meist in dichten Beständen
- an Fließgewässern häufig im Verlandungsbereich
- toleriert Übersedimentation

Standort
- wechselfeucht
- überwiegend sonnig

Blüte
- Blüte in Rispenform (Juni - Juli)

Vermehrung
- überwiegend generativ

Einsatz
- an kleineren Stillgewässern und fließenden Gewässern

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Scirpus silvaticus
Abbildung 2.3.10:
Scirpus silvaticus

Scirpus sylvaticus | Waldsimse

Wuchsform
- lange grundständige Blätter
- Farbe der Blätter lindgrün bis grün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 0,5 m hoch

Wurzeln
- starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit vielen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellbraun

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 20 cm, 10 cm unter der Erdoberfläche)
- sowohl vegetativ als auch generativ, in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- feucht
- halbschattenverträglich

Blüte
- unscheinbare Blüte im Juni

Vermehrung
- fast ausschließlich generativ

Einsatz
- hauptsächlich an Fließgewässern

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Sparganium erectum
Abbildung 2.3.11:
Sparganium erectum

Sparganium erectum | Ästiger Igelkolben

Wuchsform
- lange grundständige Blätter, am Blattgrund viereckiger Stängel
- Farbe der Blätter grün bis dunkelgrün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,5 m hoch, bis 1 m Wassertiefe

Wurzeln
- gutes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellgelb

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 30 cm, 10 cm unter der Erdoberfläche)
- fast ausschließlich vegetativ, in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- ständig im Wasser
- sonnig

Blüte
- unscheinbare Blüte (Juni - Juli)

Vermehrung
- vegetativ und generativ

Einsatz
- an kleineren Stillgewässern

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtmatte



Glyceria maxima
Abbildung 2.3.12:
Glyceria maxima

Glyceria maxima | Wasserschwaden

Wuchsform
- kurze Stängel mit wechselständigen Blättern, häufig im Wasser liegend
- Farbe der Blätter hellgrün bis grün
- rasig wachsend
- bei guten Standortverhältnissen bis 2,0 m hoch, bis 0,5 m Wassertiefe

Wurzeln
- starkes Wurzelwachstum
- Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellgelb
- gekräuselt

Ausbreitung
- gute Rhizomentwicklung (mehrere Rhizome je Pflanze jährlich bis 30 cm, 10 cm unter der Erdoberfläche oder im Wasser schwimmend)
- fast ausschließlich vegetativ, in der Natur meist in dichten Beständen

Standort
- ständig im Wasser bis feucht
- sonnig

Blüte
- unscheinbare Blüte (Juli-August)

Vermehrung
- meist vegetativ

Einsatz
- an kleineren Stillgewässern

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Filipendula ulmaria
Abbildung 2.3.13:
Filipendula ulmaria

Filipendula ulmaria | Mädesüß

Wuchsform
- einfacher oder oben leicht verzweigter Stängel gefiederte Blättern
- Farbe der Blätter oberseitig dunkelgrün, unterseitig hellgrün
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,5 m
- verholzender Spoß

Wurzeln
- geringes Wurzelwachstum
- dicker, waagrechter Wurzelstock
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellgelb bis braun

Ausbreitung
- mittlere Ausbreitungsgeschwindigkeit
- Erstbesiedlung generativ, danach generativ und vegetativ auf engerem Raum

Standort
- an Gräben nicht ständig im Wasser
- feuchte Wiesen
- Auwälder, daher Schatten vertragend

Blüte
- auffällige gelblich-weiße Blüte (Juni-August)
- Bienenweide

Vermehrung
- generativ

Einsatz
- an Fließgewässern im oberen Böschungsbereich
- an stehenden Gewässern am Rand
- häufig im innerörtlichen Bereich verwendet, da auffallenden Blütenaspekt

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Lythrum salicaria
Abbildung 2.3.14:
Lythrum salicaria

Lythrum salicaria | Blutweiderich

Wuchsform
- gerader, vierkantiger Stängel im oberen Bereich ästig und behaart
- gegenständige, lanzettförmige Blätter
- bei guten Standortverhältnissen bis 1,8 m hoch
- bis 0,2 m Wassertiefe
- verholzender Sproß

Wurzeln
- verholzende, weiße Hauptwurzel
- mittleres Wurzelwachstum
- Wurzeln bis 50 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln hellgelb

Ausbreitung
- mittlere Ausbreitungsgeschwindigkeit
- Erstbesiedlung generativ, danach generativ und vegetativ auf engerem Raum
- wird nicht verbissen

Standort
- ständig im Wasser bis feucht
- sonnig

Blüte
- auffällige rote Blüte (Scheinähre)
- Juli – September

Vermehrung
- generativ

Einsatz
- an Fließgewässern
- an stehenden Gewässern
- in innerörtlichen Bereichen wegen des auffallenden Blütenaspekts und der Verbisstoleranz

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Juncus effusus
Abbildung 2.3.15:
Juncus effusus

Juncus effusus | Flatter-Binse

Wuchsform
- aufrechtes, gerolltes Hochblatt, mit seitlicher Blüte
- Farbe grün bis dunkelgrün und glänzend
- dicht, horstartig wachsend
- bis 0,6 m hoch, bis 0,1 m Wassertiefe

Wurzeln
- kurze, kriechende Grundachse
- Wurzeln bis 50 cm Tiefe
- Farbe der Wurzeln rotbraun

Ausbreitung
- dicht horstartige Bestände
- Erstbesiedlung generativ, danach generativ und vegetativ auf engerem Raum
- wird kaum verbissen
- meist in dichten Beständen

Standort
- Staunässe, nicht kontinuierlich unter Wasser
- häufig direkt an der Wasserlinie
- sonnig

Blüte
- Blütenstand auf der Seite (Juli-August)

Vermehrung
- generativ

Einsatz
- Pionierpflanze, die sich spontan ansiedelt
- selten als zielgerichtete Bepflanzung
- Wellenbrecher

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
eingeschränkt als:
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte



Caltha palustris
Abbildung 2.3.16:
Caltha palustris

Caltha palustris | Sumpf-Dotterblume

Wuchsform
- niederliegend bis aufsteigender Stängel kahl, hohl, im oberen Bereich verzweigt
- Blätter dunkelgrün, glänzend, herzförmig
- bei guten Standortverhältnissen bis 0,50 m hoch
- an der Wasserlinie aufwärts

Wurzeln
- kräftiger Wurzelstock
- Wurzeln bis 40 cm Tiefe
- weiße, elastische lange Wurzeln

Ausbreitung
- fast ausschließlich generativ
- Samen schwimmfähig

Standort
- an Bächen und Gräben
- auch in Auwäldern

Blüte
- deutliche, gelbe Blüte (März-Mai und September)
- erste Frühjahrsblüher am Bach

Vermehrung
- meist vegetativ

Einsatz
- an kleineren Fließgewässern
- wird leicht unterdrückt durch vitalere Pflanzen
- Frühblüher, deshalb oft im innerörtlichen Bereich

Verwendung in folgenden Pflanzqualitäten
eingeschränkt als:
- Einzelpflanze im Tb 4 x 8 cm
- Röhrichtballen 10 x 15 cm
- Röhrichtwalze
- Röhrichtmatte


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