Abfluss Das Wasser, das oberirdisch in Gerinnen oder unterirdisch als Grundwasser in den Vorfluter fließt. Zum Abfluss zählt auch der → Oberflächenabfluss.
Abflussganglinie Meist graphische Beschreibung der Abflussmengen über einen festgelegten Zeitraum z.B. zur Darstellung des Abflusses nach einem Niederschlagsereignisses oder zur Kennzeichnung des → Abflussregimes als Ganglinie für ein Jahr.
Abflussregime Langjährig gemittelter Verlauf der Abflussganglinie im Jahresgang zur Charakterisierung des → Gerinnes und seines → Einzugsgebiets.
Abflussspende Abfluss pro Sekunde von einer Einheitsfläche von einem km² zur Charakterisierung des → Einzugsgebiets.
Ablagerung Absetzen bzw. → Sedimentation, → Auflandung oder → Akkumulation von Schweb-, Lösungs-, oder Bodenfracht, das zuvor an anderer Stelle für den Transport aufbereitet, aufgenommen und danach transportiert wurden. Die für die Ingenieurbiologie vornehmlich wichtigen Schweb- und Bodenfrachten werden geschichtet abgelagert (sedimentiert)
Abstandshalter Beim Bau von → Gabionen verwendete hochzugfeste Drahtelemente, die ein Ausbeulen des → Draht gitterkorbes beim und nach dem Verfüllen Verhindern.
Abrasion Erosion, die durch Wellenauflauf eines Meeres oder Sees entlang dessen Ufern stattfindet. Dabei entsteht ein charakteristischer Formenschatz wie → Abrasionsplattform, → Kliff oder → Brandungshohlkehle. Das Ufer wird langsam landeinwärts verlegt.
Abrasionsplattform Unterschiedlich stark gegen das Gewässer geneigt Fläche auf der durch die Brandung bewegtes Geröll verlagert wird.
Abspülung Oberflächliches Abfließen des Wassers als Regen- oder Schmelzwasser. Die Abspülung kann als flächig oder linear erfolgen.
Acorus calamus (Kalmus) Wuchshöhe: 80 – 120 cm
Blütezeit: Juni / Juli (keine Fruchtbildung in unseren Breiten)
Wuchstiefe: - 30 cm bis zur Wasserlinie, konstanter Wasserstand ist wichtig
Wurzeln: Dicke Hauptwurzel mit kurzen Haarwurzeln
Farbe: fast weiß
Ausbreitung: nur vegetativ mit Rhizom, bis zu 10 cm jährlich
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 20 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: Insbesondere Einsatz an Steinschüttungen an Kanälen. Rhizome wachsen an der Oberfläche über Steine.
Besonderheiten: enthält stark riechende (und schmeckende) ätherische Öle, ist dadurch sehr verbissresistent.
Adventivwurzeln Pflanzen, die entlang ihres Sprosses oder entlang von Ausläufern und Rhizomen Wurzeln bilden können. Ein gutes Beispiel ist die Verwendung von bewurzelungsfähigen Weidenruten für eine Hangsicherung. Für ingenieurbiologische Sicherungen sollten, sofern möglich, aufgrund der genetischen Vielfalt und der daraus resultierenden Stabilität eines Verbaus, immer über Saat gezogenen Pflanzen der Vorzug gegeben werden. Das Vermögen zum Bilden von Adventivwurzeln wird im Gartenbau zur Pflanzenvermehrung genutzt.
Akkumulation Der Begriff wird häufig als Synonym für → Ablagerung, → Auflandung oder → Sedimentation verwendet. Form und Struktur einer Akkumulation sind dabei stark vom transportierenden Medium abhängig.
Aktives Kliff Im Gegensatz zum → fossilen Kliff ein Abbruchufer, das rezent unter Wellenauflauf versteilt und zurückverlegt wird.
Allochthon Der Begriff wird in vielen Disziplinen für gebietsfremde Gegenstände verwendet. In der Ingenieurbiologie wird vor allem die Verwendung von gebietsfremden Pflanzenmaterial oftmals kontrovers diskutiert.
Altwasser Durch natürliche Morphodynamik oder durch flussbauliche Maßnahmen vom Gerinne abgetrennte, ehemalige Laufabschnitte, die sich zu stehenden Gewässern entwickeln.
Ammenpflanzung In der Ingenieurbiologie häufig verwendete Technik, bei der sich im Schutz einer temporären Pflanzung die eigentliche, standortgerechte Dauergesellschaft entwickeln kann. Ein gutes Beispiel ist z.B. die Pflanzung von → Iris pseudacorus (Sumpfschwertlilie) als temporärer Schutz (→ Wellenbrecher) vor einer sich entwickelnden Pflanzung aus → Phragmites australis (Schilfrohr).
Anspritzsaatverfahren Zur Begrünung steiler, vegetationsloser Flächen. Mischung aus Wasser, Saat, Dünger, bodenverbessernden Stoffen wie z.B. Zellulose oder feinem Mulchmaterial, das direkt auf die zu begrünende Fläche aufgespritzt wird. In Steillagen oftmals einzige Möglichkeit der Festlegung, aber Erfolgsunsicherheit durch Gefahr des Austrocknens.
Anthropogen Dinge, die durch den Menschen direkt oder indirekt geschaffen oder beeinflusst werden.
Aue Tiefster entlang der Tallinie geneigter Bereich eines Tals, der von Hochwässern überschwemmt wird. Je nach Talform und → Abflussregime ist die Aue unterschiedlich breit.
Auflandung Besonders im Wasserbau und in den Ingenieurwissenschaften verwendetes Synonym für → Akkumulation, → Sedimentation oder → Ablagerung.
Autochthon Der Begriff wird in vielen Disziplinen für gebietsheimische Gegenstände verwendet. In der Ingenieurbiologie wird vor die Verwendung von autochthonem Pflanzenmaterial angestrebt, da es am besten an die Standortverhältnisse am Einbauort angepasst ist.
Bach Oberflächengerinne, das linear ein Einzugsgebiet entwässert. Oft wird maximale mittlere Wasserführung von 10 – 20 m³ / s als Unterscheidung zum → Fluss angegeben. Eine genaue Abgrenzung ist aber nicht definiert. Aufgrund der hierarchischen Gliederung des Entwässerungssystems weisen Bäche in der Regel steilere Längsprofile auf.
Barre Untiefe, die durch submerses Ausstreichen von Festgestein oder Ablagerung von Feinsedimenten mehr oder weniger quer zur Fließrichtung entstehen kann.
Basisabfluss Der Anteil des Abflusses in einem Gerinne, der allein durch das Grundwasser gespeist wird. Die Kenntnis des Basisabflusses ist besonders in langanhaltenden Trockenzeiten wichtig.
Beet Zur Deich- und Vorlandsicherung werden → Lahnungen in das Watt gebaut, zwischen denen sich Sediment absetzt. Die Hochbereiche werden dabei als Beet bezeichnet, die durch dazwischenliegende → Grüppen entwässert werden.
Berme Mehr oder weniger horizontal geneigter Abschnitt eines Hanges, der sowohl über dem Wasserspiegel (→ emers) als auch darunter liegen kann (→ submers). Flach überstaute, submerse Bermen sind besonders bei der ingenieurbiologischen Sicherung von Abbruchufern an Stillgewässern von großer Bedeutung.
Betriebswasserstand In Kanälen oder in den durch Siele und Schöpfwerke von der natürlichen Entwässerung abgeschnittenen Gerinnen der Marschen gehaltener Wasserstand. Die Wasserhaltung kann z.B. aus Gründen der Schiffbarkeit oder der geregelten Entwässerung erfolgen.
Binse Pflanzen der Gattung → Juncus spec.
Biodiversität Maß für die Vielfältigkeit und den Strukturenreichtum eines Biotops. Grundgedanke dabei ist, dass mit zunehmender Anzahl unterschiedlicher Strukturen auch die Anzahl der ökologischen Nischen zunimmt.
Biologische Aktivität / Produktivität Maß für die Gesamtheit der biochemischen Umsetzungen durch Organismen, die von den Standortverhältnissen (Besonnung, Temperatur, Trophiegrad) abhängig sind.
Biomasse Menge, der organischen Masse bezogen auf eine einzelne Pflanze oder eine räumliche Einheit zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Biotop Die Veräumlichung eines Ökosystems. Der Begriff wird synonym zu → Habitat verwendet.
Bisam (Ondatra zibethicus) Anfang des 20. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa eingeschleppter Nager aus der Familie der Wühlmäuse. Der Bisam ernährt sich vorwiegend von Röhrichten und Feldfrüchten und stellt durch seine Grabetätigkeit besonders in den küstennahen Gebieten eine Gefahr für die Uferstabilität und Wasserabführung in kleineren → Gerinnen dar.
Bodenerosion Der von Menschen durch Rodung oder Nutzungsänderung ermöglichte Abtrag von Boden durch abfliessendes Wasser oder Wind.
Böschungsfußsicherung Zum Schutz bestehender Ufer vor Abrutschen der Böschung. Die B. besteht aus einem Stützkörper, der die permanent unter Wasser liegenden Bereich der Böschung stabilisiert und vor Erosion durch fließendes Wasser, hereindrückendes Grundwasser oder Geschiebeführung schützt. Dieser Stützkörper wird häufig durch eine Steinschüttung ausgebildet. Bewährt haben sich hier auch →Steinwalzen ( Senkfaschinen) oder  Steinmatratzen, die ähnlich einer  Kolkschürze bei Veränderungen der Gewässersohle sich flexibel anpassen können und einen kontinuierlichen Erosionsschutz bewirken.
Brackwasser Schwach salzhaltiges Wasser (5 – 15 ‰) im tidebeeinflusst Bereich der Flüsse oder in durch Nehrungen vom Meer abgeschlossenen Strandseen. Im Binnenland kann Brackwasser lokal im Bereich von Zechsteinauslaugungen vorkommen.
Brandungserosion Ausbildung eines Steilufers durch auflaufende Wellen. Das dabei entstehende → aktive Kliff wird durch Abbruch an der → Brandungshohlkehle rückverlegt. Vor dem Kliff bildet sich die flachgeneigte → Abrasionsplattform
Brandungshohlkehle Unterhöhlung des → Aktiven Kliffs im Bereich zwischen Mittel- und Hochwasserlinie durch die das Kliff instabil wird und abbricht.
Buhne Einbauten, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen schräg oder senkrecht vom Ufer ausgehend in ein Gewässer hinein gebaut werden. An Flüssen können Buhnen z.B. der Aufhöhung des Niedrigwassers dienen. An der Küste oder an größeren Seen können Buhnen als Vorland- und Uferschutz eingesetzt werden.
Buschfaschine Dicht gebundene Walze aus Busch, die in der traditionellen Ingenieurbiologie zur Einfassung von Ufern und zur Sicherung von Abbruchufern verwendet wird. Buschfaschinen, meist in Durchmessern von 15 – 30 cm, bestehen im Gegensatz zur → Weidenfaschine aus nicht ausschlagfähigem Material. Dem preisgünstigen Ausgangsmaterial stehen entscheidende Nachteile entgegen: Buschfaschinen werden in Handarbeit aufwändig hergestellt und sind nur begrenzt lagerfähig. Sie besitzen nur eine äußerst eingeschränkte Filterfunktion und sind nicht begrünbar. In der Praxis werden sie mehr und mehr durch → Kokoswalzen oder → Röhrichtwalzen ersetzt.
Buschkiste Dichte Packung von Busch zwischen zwei Pfostenreihen, die z.B. als Lahnung dem Schutz und der Aufhöhung des Deichvorlandes durch Unterbindung von Welleschlag und Sedimentation dienen können. Entscheidend für die Funktion einer Buschkiste ist die dichte lagefeste Packung und ein regelmäßiges Nachpacken von Busch.
Buschlage Verwendung von Busch z.B. als Buschfaschine besonders im submersen Bereich, um im Bereich der Wasserwechselzone eine ingenieurbiologische Sicherung aufzubauen. Dabei kann die Buschlage als ständig submerser Unterbau einer Sicherung dienen oder durch gleichmäßigen Lastverteilung späteren Versackungen entgegenwirken.
Butomus umbellatus (Schwanenblume) Wuchshöhe: 80 – 130 cm
Blütezeit: Juni / Juli / August
Wuchstiefe: - 30 cm bis – 10 cm
Ausbreitung: Wurzeln: schwache, feine Wurzeln
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 15 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: keine
Besonderheiten: auffallend blühend, wirft Wurzeln im Winter ab
Caltha palustris (Sumpfdotterblume) Wuchshöhe: 30 – 50 cm
Blütezeit: April / Mai
Wuchstiefe: - 10 - + 50 cm
Wurzeln: kräftiger Wurzelstock, bis 40 cm Tiefe
Ausbreitung: nur sehr langsam
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 15 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: eingeschränkt
Besonderheiten: Im oberen Tiedebereich sehr konkurrenzstark, attraktive Blüte schon zu Beginn des Jahres
Carex acutiformis (Sumpfsegge) Wuchshöhe: 80 – 100 cm
Blütezeit: April / Mai
Wuchstiefe: -30- weit oberhalb der Wasserlinie
Wurzeln: weit verzweigte Wurzeln mit langen, feinen Haarwurzeln, bis 60 cm Tiefe
Ausbreitung: über Ausläufer nach allen Seiten (rasig)
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 8 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr gut an Fließ- und Standgewässern, übersteht auch längere Trockenperioden
Besonderheiten: Halbschattenverträglich, verbissresistent
Carex gracilis (Schlanksegge) Wuchshöhe: 70 – 90 cm
Blütezeit: April / Mai
Wuchstiefe: -20- weit oberhalb der Wasserlinie
Wurzeln: weit verzweigte Wurzeln mit langen, feinen Haarwurzeln, bis 70 cm Tiefe
Ausbreitung: über Ausläufer nach allen Seiten (rasig)
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 10 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr gut an Fließ- und Standgewässern, übersteht auch längere Trockenperioden
Besonderheiten: Halbschattenverträglich, verbissresistent
Carex riparia (Ufersegge) Wuchshöhe: 100 – 130 cm
Blütezeit: April / Mai
Wuchstiefe: -30- zur Wasserlinie
Wurzeln: weit verzweigte Wurzeln mit langen, feinen Haarwurzeln, bis 50 cm Tiefe
Ausbreitung: über Ausläufer nach allen Seiten (rasig) bis zu 30 cm
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 9 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr gut an Fließ- und Standgewässern
Besonderheiten: Halbschattenverträglich, verbissresistent
Containerpflanzen Handelsbezeichnung für getopfte Baumschulpflanzen oder Stauden, die den Topf durchwuzelt haben und den Ballen halten. Im Gegensatz zu wurzelverpackter Ware liegt besonders bei Gehölzen der Vorteil in der ganzjährigen Pflanzbarkeit. Container haben ein Ballenvolumen von etwa 1 l und größer, kleinere Einheiten werden als → Topf bezeichnet.
C-Ring Sicherer und preiswerter Schließmechanismus für Gabionen. C – Ringe werden mit Hilfe von → Handzangen oder → Pneumatischen Zangen zum Schließen von Gabionenkörben oder –matratzen verwendet. Sie bestehen aus verzinktem hochfestem Draht und bilden, zu ringförmigen Augen gebogen sehr stabile und aufbiegefeste Verbindungen zwischen den Gitterstößen einer Gabione.
Deich Künstlich aufgeschütteter Damm an der Küste oder entlang von Flüssen zum Schutz vor Hochwasser. Flussdeiche sind in der Regel aus sandig – lehmigem Substrat aufgebaut, während Seedeiche einen Kleikern auf weisen, der mit sandig – lehmigem Substrat abgedeckt ist. Wichtig für die Funktion eines Deiches ist die Pflege einer dichten, kurzen Grasnarbe und der Schutz vor grabenden Tieren wie z.B. Maulwürfen.
Deichacht / -verband Ähnlich den Entwässerungsverbänden Zwangsgenossenschaften der Grundeigentümer mit dem Ziel, das Land durch Pflege und Instandsetzung der bestehenden Deiche oder deren Neubau vor Hoch wässern zu schützen.
Deckwerk Ufersicherung unter Verwendung von Steinen an besonders belasteten Ufern. Es wird zwischen offenen und Verbunddeckwerken unterschieden. Zur ersten Gruppe gehören z.B. → offene Steinschüttungen. Die Verbunddeckwerke bilden eine große Gruppe, die von teilverklammerten Steinschüttungen bis hin zu modularen Bauweisen wie → Gabionen oder → Steinmatratzen reicht.
Denitrifikation Weitgehend anaerobe Umwandlung des Nitratstickstoffs in gasförmigen Stickstoff.
DIN Deutsche Institut für Normung e.V. mit Sitz in Berlin. Aufgabe der DIN ist es mit Hilfe von Experten konsensbasierte Normen zu entwickeln. Die DIN ist offiziell als nationale und internationale Normungsorganisation anerkannt und an der Erarbeitung der Europäischen Normen (→ EN) beteiligt.
Distanzhalter Beim Bau von → Gabionen verwendete hochzugfeste Drahtelemente, die ein Ausbeulen des → Draht Gitterkorbes beim und nach dem Verfüllen verhindern.
Diversität Begriff aus der Ökologie, der die funktionelle und strukturelle Vielfältigkeit eines Ökosystems bzw. Ökotops umschreibt.
Drahtgitterkorb (Gabione) Kastenförmige Konstruktion aus verdrilltem oder punktgeschweißtem, verzinktem Draht zur Aufnahme von Steinen. Drahtschotterkörbe (syn. → Gabione) wirken durch ihr Gewicht; je nach Anwendungsbereich im Erd- und Wasserbau werden sehr unterschiedliche Qualitäten angeboten. In jüngster Zeit werden sie auch zunehmend zur Konstruktion von Lärmschutzwänden oder als gestalterische Elemente verwendet.
Drahtschotterwalze Mit einem Drahtgeflecht ummanteltes Steinpaket zur Verwendung im naturnahen Wasserbau. Aufgrund der fehlenden Flexibilität und der aufwändigen Herstellung wird dieses Element der traditionellen Ingenieurbiologie kaum noch verwendet und ist durch → Steinwalzen ersetzt worden.
Dränage Abfuhr überschüssigen Bodenwassers in horizontal verlegten Dränagerohren. Die Dränage dient der Bodenverbesserung zur landwirtschaftlichen Nutzung. In Bereichen mit lehmigem und lehmig – tonigem Substrat besteht die Gefahr des Zusetzens der Dränagerohre mit Sediment.
Durchgängigkeit Zentrale Forderung der  Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Gefordert wird eine biologisch aktive Vernetzung der einzelnen Gewässerabschnitte untereinander und mit dem umgebenden Land. Zwei Punkten kommt wesentliche Bedeutung zu: Querbauwerke müssen durchgängig sein und die Struktur der Sohle und des Ufers (Kontaktzone Wasser / Land) muss Wanderungsbewegungen zulassen.
Einzelpflanze Ingenieurbiologische Anpflanzungen werden entweder mit flächig vorkultivierten Vegetationsträgern wie → Röhrichtmatten oder mit Einzelpflanzen durchgeführt. Der Vorteil von Einzelpflanzen liegt in leichten Handhabung auf der Baustelle und der Möglichkeit einer individuellen Anordnung im Gelände. Nachteilig wirken die Gefahr des Abspülens bis zum Anwurzeln oder des Austrocknens durch das ballenbedingte kleine Wurzelvolumen.
Einzugsgebiet Ein Einzugsgebiet umfass das Gebiet, das durch eine ober- und eine unterirdische Wasserscheide begrenzt, über ein hierarchisch angeordnetes Entwässerungssystem entwässert.
emers „aufgetaucht“. Für die Ingenieurbiologie ist das Begriffspaar emers /→ submers von Bedeutung, da es sowohl die Lagebezeichnung von ingenieurbiologischen Sicherungsbauwerken als auch die Verwendung von Pflanzen zur Ufersicherung bezeichnet.
EN Europäische Norm. Nationale Normungsorganisation wie das → DIN bringen in die europäische Normungskommission Vorschläge ein, über die in den einzelnen Mitgliedsstaaten beraten wird. Der Beschluss über eine europäische Norm wird von den Nationalen Normungsorganisationen auf europäischer Ebene gefasst und ersetzt danach die jeweilige nationale Norm.
Entwässerung Abführung überschüssigen Wassers aus einem Einzugsgebiet oder eines Teils davon entweder durch kulturtechnische Maßnahmen (→ Dränage), → Oberflächenabfluss, oder durch natürlichen Zustrom des → Grundwassers in den → Vorfluter.
Erdfreies Anzuchtsystem Anzuchtsystem, das auf die Verwendung von handelsüblichen Kultursubstraten weitestgehend verzichtet. Als Ersatzmedium wird beim erdfreien Anzuchtsystem meist Kokosfaser verwendet. Die Hauptvorteile liegen im geringen Gewicht der → Topfballen, dem guten Bodenanschluss nach der Pflanzung und in der hohen → Erfolgssicherheit gegen Ab- oder Ausspülen frischer Anpflanzungen.
Erfolgssicherheit Maß für die Notwendigkeit von Nacharbeiten Ingenieurbiologischer Sicherungsarbeiten. Neben der richtig gewählten Sicherungstechnik ist vor allem die Spezifierung der erforderlichen Produkt- und Pflanzenqualität ein Schlüssel zu hoher Erfolgssicherheit in der modernen → System – Ingenieurbiologie.
Erosion Geomorphologischer Begriff, der die Gesamtheit der abtragenden Prozesse umfasst. Vielfach wird der Begriff allein auf linear – fluvialen Abtrag begrenzt und dem flächenhaften Abtrag gegenübergestellt. Unberücksichtigt bleiben die in Mitteleuropa untergeordneten Abträge durch Wind (Deflation) bzw. Gletscher (Abrasion). Abzugrenzen ist die Erosion als natürlicher Prozess zur → Bodenerosion.
Erosionsbasis Das Niveau bis zu dem Erosion möglich ist bzw. auf den sich das Entwässerungssystem eines Einzugsgebiets einstellt. Daneben gibt es lokale Erosionsbasen z.B. vor Härtlingsriegeln in einem Gerinne oder vor Quereinbauten wie Wehren oder Sohlbefestigungen.
Erosionsschutzgewebe Gewebe mit unterschiedlicher Maschenweite, die als temporärer Erosionsschutz an Böschungen entweder zur Unterstützung der natürlichen Begrünung, in Verbindung mit einer Ansaat oder einer gezielten Pflanzung von Topfballen zum Einsatz kommen. In der Ingenieurbiologie werden in erster Linie mit Jutegewebe oder Kokosgewebe verwendet. Ersteres baut sich rasch biologisch ab und ist bei schwach bis mäßiger Erosionsgefahr zur Unterstützung einer begleitenden Begrünung über einen Zeitraum von wenigen Wochen geeignet. Kokosgewebe wird handelsüblich in Qualitäten von 400 – 740 g / m2 an Böschungen mit mäßiger bis erhöhter Erosionsgefahr eingesetzt. In Abhängigkeit von Qualität und Ort des Einbaus bieten sie über ein bis drei Jahre einen Erosionsschutz.
Erosionsschutzmatte Allgemeiner Begriff für eine Vielzahl von Produkten die im Erosionsschutz zum Einsatz kommen können. Je nach Einsatzbereich und Spezifikation der jeweiligen Ausschreibung können Gewebe (organisch oder aus Kunstfaser) Wirrvliese (Kunstfaser), dreidimensionale Matten (organisch, aus Kunstfaser, oder Mischung aus beidem) oder doppelte Gewebe mit Faserkern (Matten aus organischer Faser) zum Einsatz kommen.
ESWEG European Soil And Water Engineering Group. Im Jahre 2006 gegründete Gemeinschaft der führenden europäischen Firmen der System – Ingenieurbiologie. Ziel der ESWEG ist es durch Kompetenz- und Erfahrungsaustausch die Akzeptanz und die Umsetzung ingenieurbiologischer Bauweisen zu entwickeln und in den angeschlossenen Ländern verfügbar zu machen. Weiterhin soll die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren im Bereich der Ingenieurbiologie gemeinsam vorangetrieben werden. Nähere Informationen im Internet unter www.ESWEG.eu.
Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) Europäische Richtlinie, die im Dezember 2000 mit dem Ziel eines europaweit abgestimmten und integrierten Wasserschutzes in Kraft getreten ist. Die Richtlinie schafft einen Ordnungsrahmen für den Schutz der Binnenoberflächengewässer, der Übergangsgewässer, der Küstengewässer und des Grundwassers. Wesentliche Grundsätze der WRRL sind in das Deutsche Wasserhaushaltgesetz bzw. in die Landeswassergesetze der Bundesländer übernommen und damit in nationales Recht umgewandelt worden.
eutroph „nährstoffreich“. In Gewässern wird damit hauptsächlich ein Überschuss an Nitrat und Phosphat bezeichnet, der schnell als Nährstoff verfügbar ist, und z.B. die Grundlage für die sommerliche Massenentwicklung von Algen (Algenblüte) bildet.
Eutrophierung Vorgang der Anreicherung eines Systems (hier: Gewässer) mit Stickstoffverbindungen und Phosphaten. Die Eutrophierung eines Gewässers ist geologisch ein natürlicher Prozess, der mit der Verlandung und Moorbildung endet. Durch die Einleitung ungeklärter Abwässer, Zuführung von Oberflächenwasser oder durch das Rücklösen zuvor immobiler oder gebundener Stoffe z.B. bei einer Entschlammung kann die Eutrophierung verstärkt werden.
Evaporation Die direkte Verdunstung von freien Wasserflächen und der Bodenoberfläche. Bei Pflanzenbestand kommt als Feuchtigkeitsquelle die Interzeptionsverdunstung von den Pflanzen dazu. Evaporation, Interzeptionsverdunstung und die Transpiration der Pflanzen bilden zusammen die Gesamtverdunstung.
extensiv „mit geringem Aufwand“
Faschine → Buschfaschine
Festgestein Im Gegensatz zum → Lockergestein Gestein, das durch Diagenese oder Morphogenese in geologischen Zeiträumen verfestigt wurde und den aufbereitenden und abtragenden Kräften des Frostes und des Wassers erheblichen Widerstand entgegensetzt.
Filipendula ulmaria (Mädesüß) Wuchshöhe: 100 - 140
Blütezeit: Juni / Juli / August
Wuchstiefe: ab Mittelwasserlinie aufwärts
Wurzeln: Dicker, waagrechter Wurzelstock, geringes Wurzelwachstum, bis 30 cm Tiefe
Ausbreitung: auch generativ, mittlere Geschwindigkeit
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 15 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: eingeschränkt
Besonderheiten: auffallende Blüte, als Auwaldpflanze halbschattenverträglich
Filtermatte → Kokosmatte, die entweder als temporärer biogener Filter im Rahmen ingenieurbiologischer Sicherungsbauwerke zum Einsatz kommt oder für die Vorkultivierung von → Röhrichtmatten verwendet wird. Es gibt verschiedene Abmessungen. Am häufigsten werden Filtermatten mit den Maßen 1,00 m x 5,00 m verwendet.
Filtervlies Geotextil zur dauerhaften Trennung zweier Medien, das für den Erd- und Wasserbau von großer Bedeutung ist. Filtervliese können z.B. als Kokos – Filtermatten temporär eingesetzt werden oder z.B. als thermisch verfestigte PP – Vliese eine dauerhafte Trennung bewirken. Wichtig ist, dass Filtervliese den Bodenwasserstrom nicht behindern und ungehindert durchwurzelbar sind. Die Praxis zeigt, dass Kunstfaservliese mit der Zeit zu Sperren für den Bodenwasserstrom werden können, das sie im Bodenwasser suspendierte Teilchen filtern und am Vlies anreichern. Die ungehinderte Passierbarkeit verschiedener Kunstfaservliese für Pflanzenwurzeln ist umstritten. Die gleiche Funktion wie Filtervliese erfüllen kornabgestufte Mineralkornfilter. Diese sind aber aufwändig in der Herstellung, kostenintensiv und besonders im Wasserbau an vielen Stellen einfach nicht realisierbar.
Fischtreppe Technisches Bauwerk, um Fischen das Überwinden von sonst unpassierbaren Querhindernissen wie Staustufen oder Wehren zu ermöglichen. Man unterscheidet technische Fischpässe und solche, die als Sohlgleiten oder –rampen natürlichen Steilabschnitten der Fließgewässer nachempfunden sind. Wichtig ist die Ausbildung einer Leitströmung, um den Fischen das Finden der Treppen von der Unterwasserseite zu ermöglichen.
Flachsee See mit maximal einigen Metern Tiefe. Durch die gute Belichtung großer Teile des Wasserkörpers ist bei entsprechendem Nährstoffgehalt eine üppige Unterwasserflora möglich.
Flachwasserzone Umfasst die Laichkrautzone und die Röhrichtzone eines Gewässers. Zielgerichtete pflanzliche Besiedlung ist nur im Bereich bis zu 30 cm Wassertiefe möglich. Tiefer gelegene Bereich werden erst besiedelt, wenn sich ein Bestand im flacheren Wasser etabliert hat.
FLL Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. mit Sitz in Bonn. Die FLL ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Ingenieuren, Planungsbüros, Körperschaften, Hochschulen sowie anderen Experten mit dem Ziel für den Landschaftsbau im Konsens allgemein anerkannte Regelwerke zu erstellen.
Fluss Oberflächengerinne, das linear ein Einzugsgebiet entwässert und dem von seinen Nebenflüssen und Bächen Wasser zugeführt wird. Als minimale mittlere Wasserführung werden zur Unterscheidung zum → Bach 10 – 20 m³ / s angegeben. Eine genaue Abgrenzung ist aber nicht definiert. Flüsse münden schließlich in das Meer (exorhëisch) oder in einen Endsee (endorhëisch).
Flussbegradigung Wasserbauliche Maßnahmen, um die Bedingungen für die Schifffahrt zu verbessern und die Hochwassergefahr zu verringern. Infolge des Durchstechens von → Mäandern verkürzt sich die Lauflänge, die Fließgeschwindigkeit erhöht sich, der Fluss tieft sich ein und die Häufigkeit der Überschwemmungen der Talaue nimmt ab. Langfristig ergeben sich erhebliche ökologische und ökonomische Probleme: Der Grundwasserspiegel sinkt, durch den Verlust der Talaue geht wichtiger Hochwasserretentionsraum verloren und Hochwasserwellen laufen schneller und höher auf als zuvor.
Flusslängsprofil Im Idealfall weisen Flüsse bei genügend langer Entwicklungszeit in Mitteleuropa ein gestreckt konkaves Flusslängsprofil auf. Dies ist aber durch unterschiedliche Gesteinsresistenzen und durch Querbauwerke (→ Erosionsbasis) nur abschnittsweise möglich.
Flutmulde Geschlossene oder offene Hohlform in der → Talaue, die bei Hochwasser in die Wasserabführung eingebunden ist und in der bei wieder sinkendem Wasserstand Wasser periodisch oder permanent stehen bleibt. Neben der ökologischen Bedeutung als Habitat kommen Flutmulden als Hochwasserspeicher Bedeutung als Element des Hochwassermanagements in den Talauen zu.
fluvial In der Geomorphologie wird der Begriff „fluvial“ für alle durch das fließende Wasser entstandenen Formen oder Sedimente benutzt.
Fossiles Kliff Im Gegensatz zum → aktiven Kliff ein Abbruchufer, das rezent unter Wellenauflauf nicht weiter versteilt und zurückverlegt wird und ein entsprechenden Stadium der Wiederbesiedlung mit Pflanzen aufweist.
Gabione Kastenförmige Konstruktion aus verdrilltem oder punktgeschweißtem, verzinktem Draht zur Aufnahme von Steinen. Drahtschotterkörbe (syn. → Drahtgitterkorb) wirken durch ihr Gewicht; je nach Anwendungsbereich im Erd- und Wasserbau werden sehr unterschiedliche Qualitäten angeboten. In jüngster Zeit werden sie auch zunehmend zur Konstruktion von Lärmschutzwänden oder als gestalterische Elemente verwendet.
Gabionenmatratze Speziell im Wasserbau verwendete Sonderform der Gabione. Gabionenmatratzen haben eine Dicke von 20 – 30 cm. Sie werden häufig als flächige Elemente (z.B. 2,0 m x 3,0 m) vorgefertigt und mit speziellen → Traversen als Ufer oder Sohlsicherung verlegt. Im Bereich der Wasserwechselzone ist durch die Auffüllung der Hohlräume mit → Granulat und das Verlegen von → Röhrichtmatten eine schnelle und standortgerechte Begrünung möglich. In ökologisch sensiblen Bereichen, wo die standortgerechte Begrünung und ökologische Aufwertung eine besondere Bedeutung zukommt, werden spezielle → Röhrichtgabionen verwendet.
Geotextil Oberbegriff für im Erd- und Wasserbau verwendete → Filtervliese, die in der Regel thermisch verfestigtem Polypropylen bestehen.
Gerinne Wertungsneutraler Begriff für eine lineare Abflussstruktur; meistens wird der Begriff für kleinere Bäche oder kanalisierte Fließgewässer verwendet. Es existiert aber keine Abgrenzung z.B. hinsichtlich Breite oder Abflussvolumen.
Geröll Grobes Sediment, das mit der Wasserbewegung in einem → Gerinne bewegt wird und dessen Kanten dabei zugerundet werden. Geröll wird synonym zum Begriff → Geschiebe gebraucht, dies bezeichnet meist aber etwas kleinere Korngrößen (Sand und Kiesfraktion).
Geschiebe Sediment, meist in der Sand und Kiesfraktion, das mit der Wasserbewegung in einem → Gerinne bewegt wird und dessen Kanten dabei zugerundet werden. Geschiebe wird synonym zum Begriff → Geröll gebraucht, dies bezeichnet meist aber gröbere Korngrößen (Steine).
Gesellschaft für Ingenieurbiologie Die Deutsche Gesellschaft für Ingenieurbiologie ist eine Vereinigung von Instituten, Wissenschaftlern, Ingenieuren, Landschaftsplanungsbüros und anderer Experten, die sich mit Fragen der Ingenieurbiologie beschäftigen. Ziel der Gesellschaft ist es, die Forschung auf dem Gebiet der Ingenieurbiologie zu beleben und den Gedanken- und Erfahrungsaustausch unter den Fachleuten zu pflegen. Auf diese Weise soll die Anwendung ingenieurbiologischer Techniken als naturgemäße Bauweisen gefördert werden.
Gewässerbett Sohle und Ufer, die bei Mittelwasserabfluss vom Wasser überströmt bzw. benetzt werden. Die bei Hochwasser in den Abfluss eingebundene Teile der Talaue werden hier nicht zum Gewässerbett gezählt sondern bilden das → Hochflutbett.
Gleithang In einem mäandrierenden Gerinneabschnitt das dem Stromstrich abgewandte Ufer, das gegenüber dem → Prallhang infolge Fließverlangsamung und Sedimentation flacher geneigt ist.
Glyceria maxima (Wasserschwaden) Wuchshöhe: 120 – 200 cm
Blütezeit: Juli / August
Wuchstiefe: - 50 cm bis zur Wasserlinie
Wurzeln: starke Hauptwurzel mit kurzen Haarwurzeln, bis 40 cm Tiefe
Ausbreitung: gute Rhizomentwicklung, nach allen Seiten bis 30 cm
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 7 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: eingeschränkt, nur auf weichen, schlammigen Böden
Besonderheiten: Nährstoffliebend
Gneis Unter Druck und Hitze metamorph umgeformter Granit, bei dem die Struktur der Ausgangsmineralien noch zu erkennen ist (kristalliner Schiefer). Gneise weisen eine hohe Dichte und Frostbeständigkeit auf und werden vielfach als → Wasserbausteine beim Bau von → Deckwerken verwendet.
Grabenerosion / gully erosion Form der linearen Erosion, bei der ausgelöst durch Landnutzung oder Störung der Vegetationsdecke tiefe Rinnen im Boden und im anstehenden Lockersediment entstehen können. Im Extremfall sind die entstehenden Gräben nicht mehr durch kulturtechnische Maßnahmen (Pflügen) zu schließen.
Granulat Granulat bezeichnet einen körnigen, leicht schüttbaren Feststoff. In der Ingenieurbiologie dient wird häufig Steingranulat zum Auffüllen von Hohlräumen in → Steinschüttungen oder → Steinmatratzen verwendet, um den Boden- und Kapillaranschluss besonders in Verbindung mit Bepflanzungen und Begrünungsmaßnahmen sicherzustellen.
Grauwacke Sehr festes und dunkles Sedimentgestein, das aufgrund seiner Frostfestigkeit im Erd- und Wasserbau häufig Verwendung findet.
Gespanntes Grundwasser → Grundwasser, das durch Wasser undurchlässige Decksichten unter Druck steht, und das an geologisch geeigneten Stellen oder durch Anbohren unter Druck aus der Erde quillt (artesischer Brunnen).
Grenzschleppspannung Schleppspannung, bei dem Sediment am Gerinnegrund bewegt wird oder Teile aus der Sohle gelöst und saltierend mit der fließenden Welle transportiert werden. Die Kenntnis der Grenzschleppspannung ist bezogen auf das anstehende Gestein eine wichtige Größe zur Bemessung notwendiger Sohl- oder Ufersicherungen.
Grundwalze rotierende Wasserbewegung in Fließgewässern mit nahezu horizontaler Drehachse und gerinneaufwärts gerichtetem Drehsinn.
Grundwasser Wasser, das durch versickerten Niederschlag oder durch seitlichen Zufluss von Seen und Flüssen, die Hohlräume der Lockergesteine und Festgesteine vollständig ausfüllt und der Schwerkraft und dem hydrostatischem Druck unterliegt. Man unterscheidet zwischen → gespanntem Grundwasser und → ungespanntem Grundwasser.
Grüppen Grüppen sind künstlich geschaffene, lineare Hohlformen, die der Entwässerung z.B. von Grünland oder der Beete bei der Deichvorlandsicherung dienen.
Habitat Bezeichnung des Lebensraums bzw. der Gesamtheit der Ansprüche einer Art an ihren Lebensraum. Der Begriff wird synonym zu → Biotop benutzt.
Habitus Gesamtheit aller äußerlich erkennbaren Merkmale einer Art, wie z.B. Größe, Form, Farbe u.s.w.
Halmpflanzung Halmpflanzungen werden mit ca. 10 cm unter der Erde abgestochenen Halmen des Schilfrohrs (Phragmites communis) durchgeführt. Die Schilfansiedlung durch Halmpflanzung ist aber nur bis Anfang Juni möglich, sehr arbeitsintensiv und hat aufgrund der hohen Ausfallquote nur eine geringe Erfolgssicherheit. Einer Pflanzung von aus Saat gezogenem Schilfrohr sollte deshalb der Vorzug gegeben werden.
Halophyten Der Begriff bezeichnet Pflanzen, die an ihrem Wuchsort einen hohen Salzgehalt des Bodens tolerieren. Man unterscheidet obligate und fakultative Halophyten. Die erste Gruppe ist an den hohen Salzgehalt im Boden gebunden (z.B. Queller), die zweite weisen eine gewisse Salztoleranz auf und kommen auch auf salzfreien Standorten vor (z.B. Schilfrohr).
Handzange Gerät zum Verschließen von → C – Ringen beim Bau von → Gabionen. Handzangen kommen vor allem bei kleinen Gabionenkonstruktionen zum Einsatz. Die Einbauleistung liegt bei etwa 200 C – Ringen pro Stunde. Werden → Gabionen z.B. für Lärmschutzwände oder als größere Stützmauer verwendet, ist der Einsatz von → pneumatischen Zangen in der Regel ökonomischer. Mit → pneumatischen Zangen werden Einbauleistungen von bis zu 1.000 C – Ringen pro Stunde erreicht.
Hangfaschinen Bezeichnung von → Buschfaschinen, die oft in rautenförmiger Anordnung auf zu sichernden Böschungen eingebaut werden und die den danach aufzubringenden Boden zum einen vor dem Abrutschen und Abspülen sichern und zum anderen eine flächige Dränage rutschungsgefährdeter Böschungen gewährleisten.
Helophyten Röhrichte, die mit den Wurzeln im Wasser stehen und die Luftsauerstoff in erster Linie über die hohlen Stängel aufnehmen.
Herbizit Unkrautbekämpfungsmittel, welche die damit behandelten Pflanzen bzw. Pflanzenbestände in ihrem Wachstum stören und abtöten. Man unterscheidet selektive Herbizide, die nur auf gestimmte Pflanzen wirken und Totalherbizide, die den behandelten Pflanzenbestand komplett vernichten.
Hochflutbett Der Teil der Talaue, der im Gegensatz zum → Gewässerbett (Mittelwasserabfluss) nicht ständig benetzt ist, sondern nur bei → Hochwasser am Wasserabfluss teilnimmt.
Hochwasser Erhöhter Wasserstand in einem Fließgewässer, bei dem das Wasser über die Ufer tritt und die Talaue ganz oder Teilweise in den Abfluss eingebunden ist. Um Schäden durch Hochwasser auszuschließen oder zu minimieren, werden für die Planung und wasserbauliche Bewertung von Baumaßnahmen die Auswirkungen von Hochwässern unterschiedlicher Eintrittswahrscheinlichkeit simuliert und berücksichtigt.
Humus Humus bezeichnet die Gesamtheit der auf und im Boden abgestorbenen Biomasse pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Je nach Standortbedingungen und Bodenreaktion finden unterschiedliche Zersetzungsprozesse bis hin zu Mineralisation, die in unterschiedlichen, typischen Humusformen ihren Ausdruck finden. Humus hat für den Boden große Bedeutung, da Wasserspeicherung, Gefügestabiltät und Nährstoffversorgung eng an die Qualität und Quantität des Humus gebunden sind.
Hydraulische Berechnung Abschätzung der Auswirkung von wasserbaulichen Maßnahmen auf das Abflussverhalten eines Gerinnes, besonders bei angenommenen Hochwassersituationen unterschiedlicher Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die hydraulische Berechnung berücksichtigt Veränderungen im Fließverhalten und Mengenveränderungen des abfließenden Wassers im Hinblick auf eine geplant Baumaßnahme. Hydraulische Berechnungen sind unerlässlich für die Planung und Dimensionierung von Ufersicherungen, die Gewährleistung der schadfreien Hochwasserabfuhr und für die Planung entsprechender Kompensationsmaßnahmen.
Ingenieurbiologie Disziplin, die sich mit der Sicherung von Böschungsrutschungen oder Uferabbrüchen unter der Verwendung von Pflanzen oder Pflanzenteilen ausschließlich oder in Verbindung mit technischen Hilfsstoffen befasst. Die Ingenieurbiologie wird auch als → Lebendverbau bezeichnet. Sie wurde früher meist der Landschaftspflege zugeordnet, hat sich aber durch zunehmende Bedeutung in den vergangenen Jahren mehr und mehr als eigenständige Disziplin etabliert. Man unterscheidet die → traditionelle Ingenieurbiologie und die moderne → System – Ingenieurbiologie
Ingenieurbiologie, System~ Moderner Zweig vor allem der Hydro – Ingenieurbiologie. Ansatz ist die Verwendung vorkultivierter, individuell konfektionierbarer Pflanzensysteme wie z.B. → Röhrichtwalzen oder → Röhrichtmatten. Entscheidende Vorteile liegen in der hohen → Erfolgssicherheit und in der zügigen Baustellen-Abwicklung.
Ingenieurbiologie, traditionelle~ Die traditionelle Ingenieurbiologie umfasst die üblichen Techniken des Hang- und Uferverbaus vor allem unter der Verwendung von Weiden, Schüttsteinen und Geotextilien. Einzelne Sicherungselemente wie z.B. → Drahtschotterwalze oder→ Weidenspreitlage werden erst direkt am Einsatzort hergestellt und eingebaut.
Interstitialraum Ökologisch bedeutsame obere Schicht des Gewässergrunds von Fließgewässern. Je nach Beschaffenheit und Korngröße des Sohlsubstrats sowie der Struktur der Gewässersohle reicht der Interstitialraum bis zu mehrere Dezimeter in den Gerinnegrund. Gefahren für den Interstitialraum als → Habitat gehen insbesondere von wasserbaulichen Maßnahmen aus, die zu Tiefenerosion oder zur Sedimentation von Suspensionsfracht führen.
Iris pseudacorus (Sumpfschwertlilie) Wuchshöhe: 80 – 110 cm
Blütezeit: Mai / Juni
Wuchstiefe: - 30 bis weit oberhalb der Wasserlinie
Wurzeln: kräftige Hauptwurzeln bis 80 cm Tiefe
Ausbreitung: nur langsam am Rhizom
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 12 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr vielseitig einsetzbar, auch an häufig trockenfallenden Bereichen
Besonderheiten: Schattenvertäglich, verbissresistent
Isobathe Tiefenlinie, also die Linie, die Punkte gleicher Wassertiefe miteinander verbindet.
Isohypse Höhenlinie, also die Linie, die Punkte gleicher topographischer Höhe miteinander verbindet.
Jungpflanzen / Jungware Hiermit sind Pflanzenqualitäten gemeint, die noch nicht ausgepflanzt werden können. Es kann sich hier z.B. um Sämlinge handeln, die sich aus Aussaaten entwickelt haben oder aus bewurzelten Stecklingen aus → vegetativer Vermehrung.
Kammerdeckwerk Flächige, massive Sicherung im schweren Wasserbau. Die Einzelelemente haben im Allgemeinen eine Größe von 2,0 m x 3,0 m x 0,2 m. Jedes Element ist in mehrere separate Kammern unterteilt. Die äußere Umhüllung und die Innenstege werden durch ein Kunstfaser – Netz gebildet. Die Elemente sind mit Wasserbaustei¬nen der Klassen 0 und I. Durch die relativ großen Kammern und die horizontale Verfülltechnik kann es beim Einbau und Betrieb zu Umlagerungen in den Kammern kommen (ähnlich bei → Gabionenmatratzen). Auf Grund dieser konstruktiven Schwächen kommen in letzter Zeit zunehmend → Steinmatratzen zum Einsatz.
Kapillarwasser Wasser im Boden, das in den Poren und Kapillaren festgehalten wird. Grundwasser oder Stauwasser kann gegen die Schwerkraft zur Oberfläche aufsteigen.
Kliff Küstenform am Meer, die durch → Abrasion gebildet wird. Dabei wird ein Steilufer durch die Wellen untergraben und es kommt zu einem Uferabbruch.
Kokosfaser Äußere Umhüllung der Kokosnuss (die Fasern werden bei der Produktion einem mikrobiologischen Abbau unterzogen). Sie bestehen hauptsächlich aus Lignin und Zellulose. Für die Ingenieurbiologie sind folgende Eigenschaften von Bedeutung: Die Kokosfaser unterliegt nur sehr langsamen Verrottungsprozessen. D.h. sie erfüllt über einen längeren Zeitraum eine Schutzfunktion für Boden und Pflanzung. Die Kokosfaser kann bei spezifischer Aufarbeitung eine Filterfunktion erfüllen.
Kokosgewebe Offenporiges Gewebe aus naturbelassener Kokosfaser, Standardqualität: Garnstärke ca. 5 mm, Maschenweite 14 - 17 mm, Bodendeckungsgrad 50 - 60 %, Gewicht ca. 750 g/qm; Standardabmessungen: Länge 50,00 m (25,00 m), Breite 1,0 / 2,0 / 4,0 m Hauptverwendung zur flächigen Sicherung von Böschungen gegen Oberflächenerosion. Durch die Speicherung von Feuchtigkeit und die Rauigkeit der Oberflächenstruktur wird die schnelle Begrünung der Bereiche befördert.
Kokosmatte Allgemeiner Begriff für eine Naturfasermatte, die aus Kokosfaser aufgebaut ist. Am gebräuchlichsten in der → Ingenieurbiologie sind Matten, die aus einer gleichmäßig verteilten Kokosfaserlage von einer oben- und einer untenliegenden Kokosgewebelage eingeschlossen sind. Kokosmatten werden unbepflanzt als → Filtermatten oder mit → Röhrichtballen vorgezogen als→ Röhrichtmatten verwendet.
Kokoswalze Naturbelassene Kokosfaser wird mit hohem Druck in einen Netzschlauch gepresst. Die so entstandenen Kokoswalzen haben einen Standarddurchmesser von 20, 30, oder 40 cm und einer Standardlänge von 3 Metern. Der Netzschlauch besteht wahlweise aus PE oder Kokosgarn. Das Gewicht einer Kokoswalze mit 30 cm Durchmesser beträgt ca. 9 kg / m. Wenn sie vorbepflanzt werden spricht man von → Röhrichtwalzen. Hauptverwendung finden sie als → Böschungsfußsicherung an kleineren Fließ- und Standgewässern.
Kolk Vertiefung im Gewässerbett. Erosionserscheinung hervorgerufen durch erhöhte Fließgeschwindigkeit oder Turbulenzen im Wasserkörper.
Kolkschürze Flexibles Bauwerk an der Gewässersohle. Bei Unterspülungen (insbesondere durch noch nicht gesetzte Sedimente unmittelbar nach einer Baumaßnahme) sackten die Elemente nach, ohne die Gesamtstruktur der Ufersicherung zu beeinträchtigen. Bewährte haben sich hier insbesondere → Steinmatratzen.
Krainerwand Hangrost aus lebenden und toten Hölzern zur Sicherung instabiler Bodenschichten an steilen Hängen.
Längswerk Schutzbauwerk auf der → Abrasionsplattform vor dem Ufer, um das Ufer vor Abrasion, Kliffbildung und Hangrutschungen zu schützen. Längswerke können z.B. aus →Buschkisten, → Gabionen oder→ Steinwalzen konstruiert werden.
Lahnung Doppelpfahlreihe mit dicht gepackten, nicht ausschlagfähigem Buschmaterial (→ Buschkiste). Lahnungen unterteilen das Deichvorland in → Beete und dienen zur Wasserberuhigung. Für die ingenieurbiologische Sicherung an größeren Stillgewässern können ebenfalls Lahnungen zum Einsatz kommen. Da die regelmäßige Pflege und das dichte Nachpacken des Busches ein Nachteil ist, werden Lahnungen in jüngster Zeit auch mit → Steinwalzen gebaut.
Lebendverbau Lebenverbau ist die zentrale Methode der Ingenieurbiologie. Grundlage ist die Fähigkeit von Pflanzen, den Boden zu durchwurzeln und zu festigen. Sie dienen dem flächigen Schutz der Böschung. Durch Regeneration und Selbstregulation entwickeln sie sich mit der Zeit zu einem stabilen und nachhaltigen Erosionsschutz.
Limnologie Wissenschaft von den Binnengewässern. Hier insbesondere die tierische und pflanzliche Besiedelung und der Stoffhaushalt.
Litoral Uferregion eines Gewässers (Fluss, See oder Meer).
Lythrum salicaria (Blutweiderich) Wuchshöhe: 120 – 140 cm
Blütezeit: Juli / August
Wuchstiefe: - 10cm bis + 30 cm
Ausbreitung: generativ und vegetativ, mittlere Geschwindigkeit
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 12 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: eingeschränkt
Besonderheiten: auffallende Blüte, wird nicht verbissen
Mäander Flussschlingen, die sich im Allgemeinen im Unterlauf eines Flusses (geringes Gefälle, Geschiebetransport) ausbildet. Durch die stärkere Erosion am Prallhang verschiebt sich allmählich die Linienführung.
Mittelwasser Der (theoretische) Wasserstand, der sich statistisch aus den Messungen über einen längeren Zeitraum ergibt.
Monomiktisch Bei monomiktischen Seen zirkuliert der Wasserkörper nur einmal jährlich.
Mulchsaat Ansaat, die auf einer vorher gemulchte Fläche erfolgt. Sinnvolle Methode zur preiswerten Begrünung / Festlegung größerer Flächen bei mäßiger Neigung in der Vegetationsperiode.
Nachhaltigkeit Nutzung bzw. Veränderung des Naturraumes in der Form, dass durch die Nutzung keine Beeinträchtigungen der ökologischen Entwicklungspotenziale entstehen und der genutzte Naturraum sich selbst regenerieren und entwickeln kann.
Nahrungskette Stoffliche und energetische Zusammenhänge zwischen aufeinanderfolgenden Populationen, wobei sich die Organismen des jeweils folgenden Trophieniveaus von den Organismen des vorangegangenen Trophieniveaus ernähren.
Neophyt Pflanzen, die durch den Menschen nach 1492 in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen.
Niedrigwasser kennzeichnet in Fließgewässern die niedrigste Abflussmenge
Nitrifikation Umwandlung von Stickstoff (Ammoniak, Ammonium) zu Nitrat, erfolgt durch Bakterien, die hierfür Sauerstoff benötigen, das entstehende Nitrat steht anschließend Pflanzen als Nährstoff zur Verfügung
Opfernase in Stillgewässern parallel zum Ufer aufgeschütteter Wall, dient als temporärer Wellenbrecher, bis sich z.B. eine Sicherung mit Röhrichtmatten etabliert hat
Oberflächenabfluss Summe des oberirdisch abfließenden Regen- bzw. Oberflächenwassers in einem festgelegten Gebiet
Offene Steinschüttung Im Gegensatz zum → Verbunddeckwerk eine Sicherung aus nicht miteinander verbundenen großen und schweren Schüttsteinen. Die Böschungssicherung einer offenen Steinschüttung ergibt sich aus der Auflast des einzelnen Steins. Eine Verklammerung ergibt sich allein aus der Steinform und der Reibung der Steine gegeneinander.
Palisaden → Pfahlreihe
Pfahlreihe traditionelle Sicherungsbauweise zur Böschungsfußsicherung, hierbei werden gespitzte Holzpfähle von etwa gleichem Durchmesser dicht an dicht in den Boden gerammt, aufwendig und teuer, schränkt Wanderungsbewegungen ein.
Pflanzschema festgelegte Artenzusammensetzung und –aufteilung zur Bepflanzung von → Röhrichtmatten
Phalaris arundinacea (Rohrglanzgras) Wuchshöhe: 120 – 150 cm
Blütezeit: Juni / Juli
Wuchstiefe: Wasserlinie bis + 50cm
Ausbreitung: überwiegend generativ, Rhizomentwicklung ca. 10 cm jährlich
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung):
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: für Fließgewässeroberhalb der Mittelwasserlinie
Besonderheiten: toleriert Sedimentation, auch in der Natur gut über Saat vermehrbar
Phragmites australis (Schilf) Wuchshöhe: 200 – 250 cm
Blütezeit: August / September
Wuchstiefe: - 15 bis + 100
Wurzeln: Viele Hauptwurzeln mit kurzen Haarwurzeln, bis 100 cm Tiefe
Ausbreitung: sehr intensive Rhizomentwicklung (bis 80 cm jährlich nach allen Seiten)
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 8 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr gut, allerdings häufig Schwierigkeiten beim ersten Anwuchs
Besonderheiten: mehrere Meter lange Legehalme, Hauptart für die Wasserreinigung, lichtbedürftig
Pneumatische Zange Hydraulisch betriebenes Gerät zum Verschließen von → C – Ringen beim Bau von → Gabionen und  Steinmatratzen. Pneumatische Zangen werden aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit (bis zu 1.00 Klammern pro Stunde) bei größeren Bauvorhaben mit → Gabionen verwendet. Für kleinere Gabionenkörper können → Handzangen eine sinnvolle Alternative sein.
Prallhang Außen liegendes Ufer in Flussbiegungen, im Flusslauf am stärksten durch Erosion beansprucht.
Qualmwasser Hinter Deichen austretendes Grundwasser, auf Grund des Wasserdrucks der durch gestiegene Pegel bei Hochwasser entsteht, können Deiche je nach Bodenbeschaffenheit unterströmt werden.
Querwerk Q. sind quer zur Gewässerachs angelegte Bauwerke. Zu ihnen zählen insbesondere  Schwellen und  Buhnen.
Rauhbaum Am Gewässerrand im Prallhangbereich befestigter Baum, auf Grund der relativ gleichmäßigen Wuchsform meist Fichten o. Tannen, alle Äste werden am Baum belassen, dadurch Beruhigung der fließenden Welle und Sedimentation.
Renaturierung Wiederherstellung eines naturnahen Gewässerverlaufs bzw. an Stillgewässern eines naturnahen Ufers, einhergehend mit einer gezielten Ansiedlung ortstypischer Flora.
Retention Rückhaltung von kurzzeitig auftretenden Abflussspitzen.
Retentionsbodenfilter Künstlich angelegtes Becken, spezieller Aufbau des Bodenfilters und bepflanzt mit  Phragmites communis ( Schilf), dient der Einleitung von Oberflächen- und Mischwasser bei Starkniederschlägen, verzögerte Abgabe in die Vorflut, während der Durchströmung des Bodenfilters Reinigung des Wassers, spezieller Aufbau des Bodenfilters.
Röhricht Geschlossener Bewuchs am Gewässerrand, bestehend aus ein- oder mehrjährigen Stauden.
Röhrichtballen Kultivierte Stauden für die Ansiedlung von → Röhrichten in verschiedenen Topfgrößen.
Röhrichtgabione Mit → Röhrichtmatten begrünte → Gabionenmatratze, zur besseren Entwicklung der Bepflanzung wird feines Substrat eingespült.
Röhrichtgewebe Erosionsschutz für wenig beanspruchte Ufer, Befestigung eines Kokosgewebes und anschließende Bepflanzung mit → Röhrichtballen.
Röhrichtinsel Mit Auftriebskörpern versehene und mit Röhricht vollständig schwimmende, bewachsene Kunststoffkonstruktion, erhöht die Vielfalt der Lebensräume an Gewässern, unterstützt die Selbstreinigungskraft der Gewässer, wirkt als Wellenbrecher.
Röhricht, Schwimmendes Eindimensionale mit → Röhricht bewachsene Kunststoffmatte, nur für kleine Gewässer mit minimaler Wellenentwicklung geeignet.
Röhrichtmatte Mit vollständig entwickelten Röhrichtarten bewachsene und durchwurzelte → Kokosmatte, Böschungssicherung an Fließ- und Stillgewässern, Initialpflanzungen.
Röhrichtwalze Mit vollständig entwickelten Röhrichtarten bewachsene und durchwurzelte → Kokoswalze, Böschungsfußsicherung an Fließ- und Stillgewässern, Initialpflanzungen.
Rückhaltebecken Künstlich angelegtes Becken zur kurzzeitigen Speicherung und verzögerten Abgabe von Abflussspitzen nach Starkniederschlägen (Regenrückhaltebecken) oder Hochwässern (Hochwasserrückhaltenbecken).
Sandfang Vertieftes Becken im Gewässer um gezielt Sediment zu sammeln, kann in regelmäßigen Abständen ausgebaggert werden.
Salix spec. Bezeichnung für sämtliche Weidenarten. →Weiden.
Schilfmatte Mit → Phragmites communis vollständig bewachsene und durchwurzelte → Kokosmatte, vorkultiviert über eine Vegetationsperiode, mit gut entwickelten Rhizomen.
Schleppkraft Kinetische Energie des Wassers in einem Fließgewässer, resultierend aus der Wassermenge und der Fließgeschwindigkeit, je nach Höhe der Schleppkraft werden die für eine Ufersicherung notwendigen Materialien ausgewählt.
Scirpus lacustris (Teichbinse) Wuchshöhe: 100 – 200 cm
Blütezeit: Juli / August
Wuchstiefe: bis 100 cm unter Wasser
Wurzeln: sehr dicht, bis 50 cm Tiefe
Ausbreitung: langsam (bis 20 cm) aber sehr dicht
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 12 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: wächst sehr tief und bildet dichte Bestände
Besonderheiten: auch zur Wasserreinigung einsetzbar, benötigt permanent Wasser
Scirpus sylvaticus (Waldsimse) Wuchshöhe: 60 – 80 cm
Blütezeit: Juni / Juli
Wuchstiefe: - 10 cm bis + 50 cm
Wurzeln: starkes Wurzelwachstum, bis 40 cm Tiefe
Ausbreitung: rasig wachsend über Rhizome und Ausläufer
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 12 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: sehr gut
Besonderheiten: Schattenverträglich, bildet dichte Bestände
Schotterwalze Ein meist verzinktes Maschengeflecht aus Stahldraht wird auf der Baustelle in bestimmten Längen ausgebreitet, mit Schotter gefüllt und an der Längsseite verschlossen. Dieses Verfahren ist zeitaufwendig und nur bei großen Längen ökonomisch. In der Praxis haben sich hier die flexibleren → Steinwalzen durchgesetzt.
Schwelle → Sohlgurt
Schwimmblattpflanzen Pflanzen, die in der Gewässersohle verwurzelt sind und deren Blätter auf der Gewässeroberfläche treiben, z.B. Nymphea alba (Seerose), Nuphar lutea (Teichrose oder Mummel).
Sedimentation Ablagerung von Sedimenten auf Grund sich verringernder Schleppkraft.
Seggen → Carex spec.
Senkfaschine Reisigfaschine, die im Kern mit Wasserbausteinen gefüllt ist und somit durch ihr Eigengewicht auf die Gewässersohle absinkt
Soden- / Ballenpflanzung Zur schnellen Besiedlung werden Soden in der freien Natur gewonnen und verpflanzt. Die Abmessungen sind i.a. 20 x 20 x 20 cm (Spatengröße).Bevorzugte Arten: Schilf und Seggen. Die Begrenzung dieser Methode liegt in der Verfügbarkeit des Materials und in dem hohen zeitlichen Aufwand. Alternativen sind → Röhrichtballen.
Sohlgleite Bauwerk im Fließgewässer um Höhendifferenzen zu überwinden (Gefälle mind. 1:20), garantieren im Gegensatz zu Wehren oder Sohlschwellen die Durchgängigkeit des Gewässers.
Sohlgurt Quer zur Fließrichtung in die Gewässersohle eingebautes Material (→Pfahlreihe, Steinwalze, Wasserbausteine) um Tiefenerosion zu verhindern.
Sohlrampe Ähnlich aufgebaut wie → Sohlgleiten, allerdings mit einer Neigung von 1:3 bis 1:10.
Spreitlage Böschungssicherung mittels dünnen Ästen und Zweigen, die in mind. zwei Lagen diagonal zur Fließrichtung verlegt und vernagelt werden, wobei die zwei Lagen rechtwinklig zu einander verlegt werden.
Stahlagraffe In U-Form gebogener Stahldraht zur Befestigung von z.B. Kokos- oder Jutegewebe.
Stahlhafte In U-Form oder L-Form gebogener Stahldraht oder Rundstahl zur Befestigung verschiedener Baumaterialien im Erdboden.
Steckhölzer Meist unbewurzelte Weidenruten (→Salix spec.), nur zu bestimmten Zeiten möglich, anschließende aufwendige Pflege ist zu berücksichtigen.
Steinkorb → Gabione
Steinmatratze Mit Steinen gefülltes matratzenartiges hochreißfestes Kunststoffnetz, wobei die Steinmatratze in Kammern unterteilt ist, die Größe der Kammern entspricht der Dicke der Steinmatratzen.
Steinsatz Flächige Ufersicherung mittels unregelmäßigen Wasserbausteinen, die dicht an dicht gesetzt werden, die Fugen bleiben hierbei offen.
Steinschüttung Im Wasserbau lose Schüttung von Wasserbausteinen zur Ufer- und Böschungssicherung.
Steinwalze Aus hochreißfestem Kunststoffnetz bestehende und mit Wasserbausteinen gefüllte Walze, wird in gefüllter Form zur Baustelle transportiert und kann sofort eingebaut werden.
submers Wörtlich „abgetaucht“, z.B. vollständig unter Wasser lebende Pflanzen.
Substrat In der → Ingenieurbiologie das Material (Boden), in dem Pflanzen angesiedelt werden.
Sukzession Natürliche Entwicklung eines Naturraums, sich verändernde und ineinander übergehende Pflanzen- und Tiergesellschaften bis hin zu einem „Ökologischen Gleichgewicht“.
System – Ingenieurbiologie Seit etwa 1980 vorwiegend in der Hydro – Ingenieurbiologie entstandener moderner Zweig, der im Gegensatz zur traditionellen Ingenieurbiologie verstärkt mit vorkonfektionierten Bausystemen wie → Röhrichtwalze oder → Röhrichtmatte arbeitet. Der große Vorteil liegt in der einfacheren Kalkulierbarkeit, der schnelleren Baustellenabwicklung, der ganzjährigen Verfügbarkeit und der hohen → Erfolgssicherheit dieser Systeme.
Talaue → Aue
Topf Im Gegensatz zum → Container haben Töpfe ein Volumen von weniger als 1 l. In der Hydro – Ingenieurbiologie haben sich Topfballen der Größen 5 x 6 cm und 10 x 15 cm bewährt.
Totholz Abgestorbene oder abgeschnittene Bäume, Sträucher oder Teile von diesen.
Totholzfaschine Aus nicht austriebsfähigen Ästen oder Zweigen hergestellte und mit Draht zusammengebundene Walze, man unterscheidet Laub- und Nadelholzfaschinen.
Traverse Vorrichtung zum kontrollierten Verladen und Einbauen schwerer Bauelemente wie z.B. →Steinmatratzen, Steinwalzen.
Traditionelle Ingenieurbiologie Sparte der Ingenieurbiologie, die Sicherungen vorwiegend auf Grundlage von Weidenruten, Röhrichtsoden, biogenen Goetextilien, Schüttsteinen und Metalldraht konzipiert. Die Techniken der traditionellen Ingenieurbiologie haben sich über viele Jahrzehnte bewährt und werden in der Regel vor Ort hergestellt und sofort eingebaut. Viele dieser Techniken sind auf der Baustelle mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. In den letzten Jahrzehnten wurde deshalb durch die → System – Ingenieurbiologie versucht, mit vorgefertigten Elementen den Baustellenablauf rationeller zu gestalten.
Typha angustifolia (Rohrkolben) Wuchshöhe: 200 – 250cm
Blütezeit: Juli / August
Wuchstiefe: - 50 cm bis zur Wasserlinie
Ausbreitung: über Rhizom (bis 60 cm), aber nicht sehr dicht
Pflanzdichte (ein Jahr flächige Besiedlung): 10 St.
Ingenieurbiologische Tauglichkeit: eingeschränkt
Besonderheiten: ist auf kontinuierlichen Wasserstand angewiesen
Überschwemmungszonen Potenziell bei Hochwasser durch Überschwemmung gefährdete Bereich.
Überstau Bei Niederschlägen oder Hochwasserereignissen auftretende höhere Wasserstände und dadurch vollständig unter Wasser liegende Bauwerke oder Pflanzen.
Uferschutz Gesamtheit von Maßnahmen um die Erosion von Böschungen an Gewässern zu vermeiden
Ungespanntes Grundwasser → Grundwasser, das sich den Hohlräumen und Klüften frei bewegt und nur der Schwerkraft und dem hydrostatischen Druck unterliegt.
Vegetationsfaschine Bezeichnung für eine unbepflanzte → Kokoswalze
Vegetationsmatte Bezeichnung für eine mit Röhrichtpflanzen vorbepflanzte → Kokosmatte
Vegetationssystem Verbund von toten Baumaterialien mit lebenden Pflanzen zum Einsatz als Ufer- und Böschungssicherung.
Vegetationstechnik Materialien bzw. Systeme, die in Kombination von Pflanzen mit verschiedenen Baumaterialien im ingenieurbiologischen Verbau von Böschungen eingesetzt werden können.
Vegetative Ausbreitung Häufige Art der Bestandsbildung bei Stauden, insbesondere Rhizom- und Ausläuferbildung.
Vegetative Vermehrung In der Zucht am häufigsten verwendet die Vermehrung durch Stecklinge/Steckhölzer, ansonsten Aber auch durch Rhizome und Ausläufer.
Vegetatives Deckwerk Begrünte und vorkultivierte → Gabionenmatratze.
Verbunddeckwerk Im Gegensatz zur → offenen Steinschüttung eine Böschungssicherung, bei der die einzelnen Elemente untereinander in Verbindung stehen. Dies kann zum einen durch das Verfüllen von Hohlräumen zwischen den Steinen (sog. Verklammern mit Beton oder Bitumen) erfolgen oder konstruktionsbedingt wie z.B. bei → Gabionenmatratzen vorgegeben sein. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher, vorgefertigter Verbunddeckwerke, zu denen auch Pflasterungen mit ineinandergreifenden Einzelsteinen zählen. Am besten begrünbar sind Verbunddeckwerke wie → Röhrichtgabione oder→ Steinmatratze.
Verkrautung Übermäßiger Bewuchs mit Stauden in Fließgewässern (häufig in Gräben), tritt meist bei geringen Fließgeschwindigkeiten auf.
Verlandung Natürlicher Prozess an Stillgewässern, durch Sedimenteintrag oder abgestorbene Pflanzenteile Ablagerungen auf der Gewässersohle, dadurch Verringerung der Wassertiefe, daran zu erkennen, dass sich der Röhrichtgürtel immer weiter ins Gewässer ausbreitet.
Vorflut Bezeichnet die Möglichkeit für Wasser oder Abwasser durch natürliches oder künstliches Gefälle abzufließen.
Wasserbau, naturnah Gesamtheit aller Maßnahmen zur Nutzbarmachung von Gewässern und zur Gefahrenabwehr, naturnah bedeutet, dass diese Maßnahmen im Ergebnis soweit wie möglich dem natürlichen Zustand entsprechen (→ Europäische Wasserrahmenrichtlinie).
Wasserbaustein Bruchstein, der in Größe und Zusammensetzung klar definiert ist, wichtigstes Kriterium ist die Frostsicherheit.
Wasser- und Schifffahrtsamt Ist der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes unterstellt, im Wesentlichen zuständig für die Unterhaltung und den Betrieb der Bundeswasserstraßen, das Setzen von Schifffahrtszeichen und auch die Eisfreihaltung.
Wasserwirtschaft Bewirtschaftung des Wassers durch den Menschen, hierzu gehören die Unterhaltung von Gewässern, Gewinnung von Trinkwasser, Behandlung von Abwasser, Entwässerung vernässter Gebiete.
Weide Baum- oder strauchartige, verholzende Gewächse der Gattung → Salix. Weiden erreichen Größen von wenigen Zentimetern bis zu 20 m. Die Fähigkeit der Art, aus Weidenruten → Adventivwurzeln zu bilden hat sie zu einem zentralen Bauelement des → Lebendverbaus und der → traditionellen Ingenieurbiologie gemacht.
Weidenfaschine → Buschfaschine, die vollständig oder zum Teil aus Weidenruten gebunden ist. Durch das Vermögen der Weiden, → Adventivwurzeln zu bilden, sind die Weidenruten in der Lage auszuschlagen. Auf diese Weise lassen sich rutschungsgefährdete Hänge sichern. Um eine dauerhafte Bodenfestigung sicherzustellen, sind nach kurzer Zeit aber Pflegemaßnahmen wie Auslichten oder Rückschnitt notwendig, um einen stabilen und kräftigen Bestand zu entwickeln.
Weidenspreitlage → Spreitlage aus Weidenzweigen, sehr wirksam im Uferschutz, aber sehr hoher Pflegeaufwand
Weidensteckholz → Steckholz aus → Weiden (Salix spec.)
Wellenbrecher Vorgelagertes Bauelement zur Wellenberuhigung vor allem an Stillgewässern und somit auch Ufersicherung, typische Wellenbrecher sind → Steinwalzen, Palisaden, Buschlahnungen.

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